Vorbemerkung.
Friedrich Spee von Langenfeld ¹) wurde am 25. Februar 1591 zu Kaiserswerth am Rheine geboren. Er entstammt einem alten, seit langer Zeit am Niederrhein ansässigen Geschlechte, sein Vater Peter Spee war Amtmann in Kaiserswerth und stand wegen seines Biedersinnes und seiner Glaubenstreue in hohem Ansehen.
Friedrich erhielt auf dem Jesuitengymnasium von den drei Kronen zu Köln seine Jugendausbildung und trat am 22. September 1610 zu Köln in den Jesuitenorden ein. Von 1621 bis gegen Ende 1624 finden wir ihn als Dozenten in Köln, wo er, nachdem er die Priesterweihe erlangt hatte, Philosophie und Moraltheologie vortrug.
Einem Rufe des Kurfürsten Ferdinand von Baiern folgend, ging er Ende 1624 nach Paderborn, um als Domprediger die Gegenreformation zu fördern, nachdem dort der Protestantismus eine gefahrdrohende Ausdehnung gewonnen hatte. Mit hinreißender Beredsamkeit und achtungswürdigem Eifer suchte er die Sache des Katholizismus zu fördern und konnte am Ende seiner Thätigkeit auf nicht unerhebliche Erfolge zurückblicken.
Wie sehr diese Art der Thätigkeit sein Herz erhoben und befriedigt hatte, so sehr erschütterte ihn im tiefsten Junern derjenige Beruf, der ihm bald darauf aufgezwungen wurde. Anfang 1627 wurde er von dem als Herenverfolger berüchtigten Bischof Philipp Adolf von Ehrenberg, unter dessen Regiment neunhundert Menschen ihr Leben auf dem Scheiterhaufen enden mußten, als Professor und zugleich als Beichtvater der unglückseligen Opfer der Herenverfolgung
1) Vergl. Truß- Nachtigall von Friedrich Sp Herausgegeben von Gustav Balke. Leipzig 1879.
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