des Herzens zc. g
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man nur zu gewiß vestgesetzten Zeiten betet; dies ist allers dings gut und nothwendig; Aber es ist nicht möglich, daß wir uns zu diesen bestimmten Zeiten allemal in der Ges müthsfaffung befinden, die der Andacht am günstigsten ist; Wenn man eine folche der Andacht günstige Gemüthsfass fung bey sich gewahr wird, so übe man sich alsdann im Gebete, wenn es nicht andere wichtige Pflichten verbieten; Man thue solches insbesondere alsdann, wenn diese oder jene Lehre der Religion einen besondern Eindruck auf uns gemacht hat; wann man seine Schwachheit und die Noth wendigkeit der Gnade und des Beystandes Gottes lebhafs ter als sonst empfindet: wann einen ein befondrer Kum mer drückt, oder eine besondere göttliche Wohlthat rüh, ret; oder, wenn man den Werth des Gutes, das man schon lange beseffen hat, deutlicher als zu andern Zeiten einsieht, und eine stärkere Freude darüber fühlet. Wer diese Regeln beobachtet, dem wird es leicht fallen, sein Herz vor Gott auszuschütten, er wird einen Geschmack an dieser gottesdienstlichen Uebung finden; sie wird ihm angenehm werden; er wird sich bald eine grössere Fertig. keit darin erwerben, und dieser Geschmack diese Fertigs keit werden ihn in den Stand setzen, die Hindernisse der Andacht, die er zu andern Zeiten antrifft, desto glücklicher zu übersteigen, und es zuleht dahin bringen, daß er, nach der Vorschrift des Apostels Ohne Unterlaß betet, daß heißt, bey allen Gelegenheiten sein Herz mit Freude und Vertrauen zu Gott erheben, und dadurch eine beständige Gemeinschaft mit ihm unterhalten kann; ein Zustand, wel cher der nächste Weg zur Vollkommenheit und zur Glückseeligs keit ist, und nach welchem wir nie zu eifrig streben können. 17002 831100)
Erweckungen und Lebensregeln aus der heiligen Schrift.
1. Betrachtung Gottes.
Jerem
Gottes
Rom. 1. D. 20.
erem. 9. v. 24. Wer sich rühmen will, der rühme unsichtbares Wesen, das ist, sich deß, daß er mich wiffe seine ewige Kraft und Gott, und kenne. heit wird ersehen, so man des


