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O Unendlicher! entzünde mit dem Feuer Deiner Liebe mein Herz; lehre mich lieben, wie Du liebest und führe mich näher zur Aehnlichwerdung.
Furcht Gottes.
Was ist denn die Furcht Gottes?- Heute will ich meine Betrachtung darüber anstellen. Von Jugend auf hat man mir, so viel ich merke, sehr unrichtige Begriffe davon beigebracht. Unter dem Worte Furcht verstand man immer eine Art von Abneigung. Ich erinnere mich, daß ich schlimme Menschen fürchtete- Menschen, die mir Böses thaten; so eine Furcht kann die Furcht Gottes nicht sein. Gott ist die Liebe, und kann man vor der Liebe zittern? Nein, die Furcht Gottes ist ganz ein anderes Gefühl. Die Besorgniß, dem Willen desjenigen entgegen zu handeln, den man liebt, dies ist reine Furcht; das zu fürchten, was der göttlichen Liebe entgegen ist, das ist reine heilige Furcht
das ist die Furcht der Liebe. So will ich Dich fürchten, mein Gott! und nicht anders. Du bist nicht wie die Großen dieser Erde, die Sclaven zu ihren Füßen haben, die vor ihren Gefeßen zittern. Dein Verhältniß ist das Verhältniß eines Vaters


