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Gott ist die reinste Liebe, ein Gebet- und Erbauungsbuch / von F.v. Ekhartshausen
Entstehung
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und das Gefühl unserer Seele schwingt uns schon zum Geiste empor, wenn gleich die schwere Masse des Körpers uns noch zurückhält. Unendlich sind die Fähigkeiten, die in uns liegen; unendlich die Wege des Fortganges zu höherer Bestimmung zur Vollkommenheit- zur Aehnlichwerdung der Gottheit. Alles verkündiget uns, daß wir Wan­derer hiernieden sind; und der, der seine Bestim­mung fühlt, verweilet sich nicht an dieser Reiſe, sondern er eilet fort auf den Wegen, die die Vor­ficht ihm vorzeichnete, und erwartet den Wink des Ewigen.

Dem Körper nach sind wir Thiere, und der Seele nach unsterbliche Geister. Sinnlichkeit und Verwesung sind das Antheil unsrer Hülle, die uns umgibt; Freiheit und Unsterblichkeit ist das, was unsern Geist erwartet. Wie mehr der Mensch am Körperlichen hängt, desto mehr ist er Thier; je mehr der Mensch dem Geistigen nachstrebt, wie mehr nähert er sich dem Engel. Es gibt daher tau­send und tausend Gradationen vom Unvollkommen­sten bis zum Vollkommensten, vom Thiermenschen bis zum Geistmenschen; von dem, der den Abstand vom Thiere zum Menschen, und von dem, der den letten vom Menschen zum Engel macht.