XII
und vertraulicher. So mußt du es beim lieben Gott auch machen, wenn du ein Anliegen haft; du mußt nicht aufhören, zu bitten, z. B. du bildest dir was ein auf Körper und Kleidung, oder du wirst leicht zornig, wenn dir ein Strohhalm in den Weg ge= legt wird, oder du wirst beim kleinsten Leiden gleich ungeduldig, eine Fliege kann dich ärgern. Bitte Gott, daß er dich demüthig mache, sanftmüthig und geduldig. Das habe ich gethan, sagst du; gut! fahre fort, böre nicht auf, Tag und Nacht zu Gott zu flehen; gewiß wird er dich erhören.
Fünftens, mit Ergebung in den Willen Gottes.
Ein gutes Kind trägt seine Bitten vor; bekommt es, so freut es sich und dankt, und hat Vater und Mutter noch mehr lieb, als zuvor. Erhält es eine abschlägige Antwort, so ist es auch zufrieden; es würde ein unartiges Kind sein, wenn es murren und mucksen wollte. Wir Menschenfinder müssen es grade so machen. Wenn uns etwas fehlt oder drückt, wenden wir zum lieben Gott uns hin und bitten ihn. Werden wir erhört, so freuen wir uns, danken Gott, zeigen ihm unsern Dank auch im Werke, indem wir als Kinder den Willen des Vaters genau und pünktlich erfüllen. Erhört uns der liebe Gott nicht gleich, dann lassen wir den Muth nicht sinken, wir flopfen abermals und wieder und wieder an; überlassen es aber ganz Gott, wann er uns erhören wolle, und wie er uns erhören wolle, ob er uns einen Theil oder das Ganze oder etwas Anderes geben, oder ob er, uns gar nicht erhören wolle. Manchmal tragen


