IX
Zweitens mit gläubigem Herzen.
Du mußt glauben, feft überzeugt sein, das findliche Vertrauen haben, daß Gott dir geben werde, was du von ihm bittest. Bei einem Kinde ist das der Fall, das denft: die Mutter gibt mir gewiß; sie ist so gut; sie hat uns Kinder so lieb; das hat sie schon oft gezeigt. Und du wolltest dich von einem Kinde beschämen lassen? du wolltest nicht so viel Vertrauen zum lieben Gott haben, als das Kind zu Vater oder Mutter? dann müßtest du dich schämen! denn alle Väter und Mütter von Adam und Eva an haben nicht den hundertsten Theil von Liebe, als Gott allein. Und der allmächtige Gott kann immer helfen, was Vater und Mutter oft nicht können. Gott bleibt immer reich; er wird nie ärmer; wenn er auch noch so viel und so Vielen gibt. Bitte daher und zweifle nicht an der Erhörung deiner Bitten. Bitte, um was du willst, um Ruhe und Frieden in der Welt, um Gesundheit des Leibes, um ein reichliches Auskommen, um Segen für Menschen und Vich, um Abwendung allerlei zeitlicher Uebel, Krankheit, Hagelschlag, Viehseuchen, und was dergleichen mehr ist, trage es ihm nur alle vor, sprich nur so, wie du es denkst und fühlst:„ Verschone mich mit diesem Kreuz, o Herr! nimm es ganz weg, oder mach es leichter; halt deine Hand über die Feldfrüchte; laß das Kind nicht sterben," so sprich mit Gott und laß das Herz reden; oder hast du sonst etwas auf deinem Herzen, falte die Hände, öffne Herz und Mund, der Vater erhört dich gewiß, es möchte denn sein, daß es nicht gut wäre, wenn er dir das Kreuz abnähme: nun dann kannst du es ja selbst


