Vorerinnerung.
Mein lieber Chrift! Gott ist der allerhöchste Herr. Er erfüllt mit seiner Gegenwart Himmel und Erde. Die größten Fürsten dieser Erde sind vor ihm nicht so viel, wie ein wenig Erdenstaub. Ja Engel und Menschen sind im Vergleich mit ihm so klein, unbedeutend und schwach und armselig, daß es keiner wagen dürfte, vor diesem Hocherhabensten Herrn zu erscheinen und ihm die Wünsche und Anliegen des Herzens vorzutragen. Aber der allgütige und barmherzige Gott hat aus väterlicher Liebe uns dies nicht allein erlaubt, ja er hat es uns sogar befohlen. Wir dürfen uns mit Vertrauen zu ihm wenden, und ihn sogar Vater nennen. Wie ein gutes Kind seine guten Eltern bittet, so müssen wir Gott bitten, und zwar:
Grßend mit dem
Erstens mit demüthigem Herzen.
Ein Kind weiß und fühlt es wohl, daß es sich selbst nicht helfen kann und daß es auch keine Verdienste um Vater und Mutter hat, weswegen sie ihm geben und helfen müßten. Betrachte einmal ein kleines Kind, das in der Wiege liegt; es hätte nicht einmal aus eigenen Kräften in die Wiege fommen können; es ist unfähig, sich die nöthigste Nahrung zu verschaffen; es könnte sie nicht mal zum Munde führen; es kann nur weinen und die Händchen nach der Mutter ausstrecken; das ist eine


