Winkler Mathias, Bote.
Aus seinem ganzen Wesen sah man den frommen, redlichen Sinn, biedere Einfachheit und unverfälschte Herzensgüte freundlich hervorstrahlen. Dabei verrichtete er sein mühevolles Geschäft mit einer immer gleich frohen Laune, und blieb unverdrossen, ob's auch draußen auf seinem Wege stürmte, oder ob ihm die Soune dazu lachte. Man war gezwungen, ihm von Herzen gut zu sein, wenn man ihn genau beobachtete. Traurig stimmte ihn nur der Gedanke, was er beginnen wür de, wenn er nicht mehr im Stande wäre, bei Abnahme der Kräfte oder im hohen Alter als Bote zu gehen. Berührte man diese Saite, so seufzte: er wohl tief, und meinte, dann bliebe ihm freilich nichts anderes üb rig, als bei seinen ohnehin armen Mitbewohnern des Dörfchens Kapfing um Nahrung zu betteln, und dieser Kummer trübte ihm manche Stunde. Wohl verdiente dieser Une glückliche, welcher mit so seltenen Anstren gungen sein ganzes Leben hindurch sich selbst ernährte und Niemanden zur Last fiel, den Lohn, sein höheres Alter sorgenloser und ruhiger hinzubringen. Wirklich sorgte die lie bende Vorschung für den guten Alten. Einem Apotheker in Wien, Alois Fenderl, kam
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