Heil. Nothburga, Dienstmagd.
sie in die Schloßkapelle, und betete bei den Grabsteinen ihrer alten Herrschaft, und ihre einzige Freude war es, einen Hungernden zu speisen, oder einen Durstigen zu tränken, oder einen Nackten zu bekleiden. Endlich, da sie das Tagwerk ihres Lebens als treue Magd wohl und gut vollbracht, wurde sie frank, und fühlte ihr nahes Ende. Als Graf Heinrich solches hörte, erschrack er sehr, und ging mit seiner Gemahlin Margaretha und seinen Kindern Heinrich, Gebhard, Nikolaus, Elisabeth und Jutta in ihre Kammer, und sie standen um das Bett her. Nothburga dankte ihrer Herrschaft noch einmal für alles Liebe und Gute, so sie ihr durch ihre Lebenszeit erwiesen, und versprach, im Himmel für sie zu beten. Alsdann richtete sie sich vom Bette auf, und segnete die fünf Kinder des Grafen und ermahnte sie, ihren lieben Eltern zu folgen, den Armen stets Gutes zu thun, keine Sünde zu begehen, und recht zu beten. Endlich empfing sie die himmlische Wegzehrung, und starb selig im Herrn, Anno 1313, am Festtage Kreuzerhöhung in einem Alter von 48 Jahren.
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Graf Heinrich ließ den heiligen Leichnam in einen Sarg legen, diesen auf einen mit


