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Meister! Da spricht Er von Verrath, von Verrath an Ihm, von Verrath aus diesem Kreise.- In ihrer Mitte soll ein Verräther sein? Und Jesus betheuert es mit Seinem:» Wahrlich Sch sage euch!« Nie ist ein Betrug in Seinem Munde erfunden worden, und ein Zweifel ist nicht mehr möglich! Eine Weile staunen sie in stummer Betroffenheit den Meister an, denn sie fühlen sich ja frei von solchem Beginnen. Da durchzuckt ihre Seelen der furcht= bare Gedanke, daß Er, vor dessen Augen sie hier standen, ihre Herzen durchschaue und mit dem Flammenblicke der Allwissenheit in ihrem Innern erkenne, was ihnen selbst wohl noch ein Geheimniß wäre, und dieser schaurige, wie ein leuchtender Blit durch ihre Seele fahrende Gedanke preßt ihnen die bange, zagende Frage aus:» Herr, bin ich's?« O wie schön redet diese Frage für eure Herzen, ihr frommen Jünger des Herrn!» Herr, bin ich's?« so fragt ein jeder, so bangt jeder für sich selbst, so will's niemand dem andern zutrauen, so kennt jeder den finstern Born seines eignen Herzens, so zittert ein jeder vor dem Gedanken, er könnte etwa ein Jesusverräther werden, so muß ein jeder die Gewißheit haben, daß Er ihn nicht meine, so lange fragt er:» Herr, bin ich's?«- Erbauliche Beichtstunde, in die wir hier blicken! Da ruht das Brot auf dem Abendmahlstische, dort ist der Kelch des Neuen Testaments schon eingeschenkt, hier wogen Sündbewußtsein und Bußgefühle durch der Jünger Herzen und lehren uns, wie man sich bereiten müsſe zum Genusse des heiligen Abendmahls. Ja zittre nur, wie jene Jesusfreunde, meine Seele, wenn du die Hand nach Seinem Leibe und Blute ausstreckst, du weißt ja, wer unwürdig isset und trinket, der


