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Die heilige Passion : gefeiert in Liedern, Betrachtungen und Gebeten / hrsg. von dem Christlichen Vereine im Nördlichen Deutschland
Entstehung
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für sie versuchungsreichen Nacht Seiner Leiden, wo Er sie im Voraus tröstete über ein großes namen­loses Wehe, das Er kannte, sie kaum ahnten und noch nicht fassen konnten, wo Er auf das innigste sich mit ihnen verband!- Heilige Stunde! seliges Nehmen! seligeres Geben! Ach, ist aber nicht auch diese Stunde Ihm zu einer Leidensstunde gemacht? Siehe, mitten unter den verklärten Ungesichtern der Freunde siht eine finstere Gestalt. Es ist Satanas, verstellet in einen Engel des Lichts, ein übertünchtes Grab voller Moder und Todtengebeine, ein Verräther mit den Gebehrden eines Hausfreundes, in der Ge­stalt Seines Jüngers Judas Ischarioth. Der Mittler siehet ihn und mit unaussprechlicher Wehmuth ruft Er in den Kreis Seiner Jünger hinein:» Wahrlich, Ich sage euch, Einer unter euch wird Mich verra­then!«< Ach, welch ein Schmerz, mein Heiland! mußte bei diesem Worte Dein Herz durchbohren! Nichts fränket mehr, als wenn eine Liebesthat mit Haß und Hohn und Feindschaft vergolten wird; und welche Liebesthat wird hier vergolten, und mit wel­cher Bosheit und Tücke! Ich möchte weinen, wenn ich die ewige Liebe klagen höre:» Einer unter euch wird Mich verrathen! Der Mein Brot isset, tritt Mich mit Füßen. Einer unter euch ist ein Teufel, und es wäre demselbigen Menschen besser, daß er nie geboren wäre, oder daß ein Mühlstein an ſei­nen Hals gehängt würde und er ersäuft würde im Meer, da es am tiefsten ist.« Welch ein Schmerz für Deine Mittlerliebe! Du willst nicht, daß Einer verloren gehe; unter den Millionen, die Dir angehören, kannst Du nicht Einen missen! und

hier geht unter den zwölf Vorerwählten Einer da­hin in das Verderben, troket Dir, legt Hand an