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Advents- Gesänge.
gen, Daß uns es errett' von Pein und Tod, O Trost in, allen Dingen, Dein Wort herab laß bringen.
2. Der Vater hört die große Klag, Thut sich nicht lang befinnen, Seines lieben Sohnes Raths er pflog, Wer uns das Heil könnt' bringen. Darauf der Sohn: Ach Vater mein, Der's fann, bin ich alleine; Drum fleide mich mit Fleisch und Bein, Daß ich sie uns vereine, Durch meinen Tod und Peine.
3. Der heil'ge Geist hieß alles gut; 3um Gabriel er sprache: Auf, auf, Gesandter, wohlgemuth, Zur Reis' dich fertig mache; Eil zu Maria, zeige ihr, Was sie begehrt zu hören, Daß Gottes Sohn( doch ohne Mann) Von ihr will sein geboren, Zur Braut von mir erforen.
4. Er flog geschwind ins weite Land, Geschwind in aller Eile; Maria im Gebet er fand Nach einer kurzen Weile; Da sprach er: Ave, Gnaden voll, vor allen außerforen; Der's Menschengeschlecht erlösen soll, Darob thu dich nicht stören, Will sein von dir geboren.
5. Maria redet den Engel an, Durft ihn doch kaum ansehen: Ich hab' erkannt nie einen Mann, Wie kann dies denn geschehen? Der heilige Geist, sprach er zu ihr, Wird dich mit Kraft überschatten. Sie sagt: dein Wort gescheh' an mir, Weil durch seine Wunderthaten, Gott alles wird erstatten. 6. Als sie hierin ihren Willen gab, Seht, was geschehen für Wunder, Geschwind der Vater ließ herab Seinen lieben Sohn, herunter. Der H. Geist aus ihrem Blut Formirt einen Leib ganz reine, Darin verbarg fich's höchste Gut, Des Vaters Sohn ich meine, Denn der ward Mensch alleine.
7. Also hat sie den Gottessohn Im keuschen Leib empfangen; Er lag in dieser engen Wohn' Neun Monat mit Verlangen; Sie ihn gebar gar jung und zart Zu Bethlehem in der Scheuer; Der ewige Gott verjünget ward, Wie Phönix in dem Feuer, Da er uns kam zur Steuer.
8. Ogroße Lieb, o Wunder groß! Bon dannen Furcht und Zagen! Denn jegt sigt auf der Mutter Schooß, Der anhört unser Klagen. Kommt ber ihr Patriarchenschaar, Den Heiland hier verehret; Kommt Jung, fommt Alt, kommt Alle gar, Bringt vor, was euch beschweret, Er zu helfen euch begehret.


