Druckschrift 
Tägliches Hand-Buch, in guten und bösen Tagen, das ist: Aufmunterungen, Gebete und Gesänge, 1) Für Gesunde; 2) Für Betrübte; 3) Für Kranke; 4) Für Sterbende; wie auch Sprüche, Seufzer und Gebete, dem Sterbenden vorzusprechen, nebst den Fest- Andachten [...] von Johann Friedr. Starck [...]
Entstehung
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Erinnerung und Trost

und her zu gehn. Dieses pflegt mich zu ergößen, Und in hohe Freud zu sehen. Doch die Freude hab ich nicht, Weil's an Kindern mir gebricht.

3. Warum thust du an mir minder, Als an Andern, lieber GOtt! Andere haben viele Kinder, Die kaum haben täglichs Brot, Du giebst mir sonst großen Segen, Aber ach, mein GOtt! hingegen Giebst du mir nicht diese Gabe, Die ich oft erbeten habe.

4. Ach, mein GOtt! ich will nicht fragen, Thue mir was dir gefällt, Ich will dieses gerne tragen, Alles sei dir heimgestellt: Ach! du weißest mein Begehren, Willst du mir's, mein GOtt! gewähren, So geschehe, HErr! dein Will; Deinem Willen halt' ich still.

5. Laß, o HErr! mir deinen Willen Immerdar vor Augen sein; Deinen Willen lasse stillen, Was mein Wol­len wendet ein Ja, laß mir, o GOtt! in allem, Was nur dir gefällt, gefallen, Daß ich christlich mich bezeig, Und gelassen stille schweig.

6. Ich will nichts von dir erzwingen, Gieb mir ja kein Kind im Zorn, Es möcht' mir sonst Jammer bringen, Und mir sein ein scharfer Dorn Der mein Lebenlang mich stäche, Und mir mein Vergnügen bräche! Was mich martert, quält und sticht, Lieber GOtt! das gieb mir nicht.

7. Ich weiß, daß du mich doch liebest, Daß ich ſteh in deiner Gnad, Ob du mir schon das nicht giebest, Was mein Herz erbeten hat; Hab ich dich, o meine Wonne! Mein GOtt, meine Freud und Sonne! So bin ich in dir vergnügt, Wie's dein Wille mit mir fügt.

8. Soll ich keine Kinder haben, So soll meiner Liebe Trieb Sich allein in JEsu laben, Dem schenk ich mein Herz und Lieb'. JEsu! deine Lieb' und Schöne Ist mir lieber, als viel Söhne, Wenn ich Jesum bei mir hab, So hab ich die größte Gab.

9. Nun, mein GOtt! ich bin zufrieden Mit dem mir bestimmten Theil, Welchen du mir hast beschieden, Allek dient zu meinem Heil, Darum will ich dir vertrauen, Und auf deine Hülfe bauen, Mach mein Herz vertrauens­voll, Gieb mir, was ich haben soll.

10. Indeß will ich JEsum lieben, In GOtt haben meine Freud; Mich in Lieb und Glauben üben, Und