Druckschrift 
Tägliches Hand-Buch, in guten und bösen Tagen, das ist: Aufmunterungen, Gebete und Gesänge, 1) Für Gesunde; 2) Für Betrübte; 3) Für Kranke; 4) Für Sterbende; wie auch Sprüche, Seufzer und Gebete, dem Sterbenden vorzusprechen, nebst den Fest- Andachten [...] von Johann Friedr. Starck [...]
Entstehung
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Die Sechswöchnerin schickt sich 2c.

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7. Wenn die Gesellschaft will Zur Sünde sie verfüh­ren, So laß sie deine Furcht Und Gegenwart verspüren, Ja, schrecke sie bald ab; Bewahre ihren Tritt; Begleite fie und geh, Wo sie hingeh'n, selbst mit.

8. Erhalte sie gesund; Gib ihnen deinen Segen; Nimm sie in deinen Schuß; Führ sie auf deinen Wegen. Ach! laß es ihnen doch Beständig wohl ergeh'n Und sie in deiner Gnad Und deinem Segen steh'n.

9. Und noch eins bitt ich dich, Das wolleft du mic geben; Laß mich ja nimmermehr An ihnen Schand er­leben, Auch nicht nach meinem Tod; Ach GOtt! erhöre mich, Erbarm dich meiner doch Und ihrer gnädiglich.

10. Laß mich an jenem Tag Auch meine Kinder sehen, Daß sie von dir verklärt Zu deiner Rechten stehen, Auf daß ich sagen kann: Hier bin ich und die Gab, Die Kinder, die ich längst Von dir empfangen hab.

Die Seche wöchnerin schickt sich zu ihrem Vor­und Kirchgang an.

Aufmunterung.

Wenn GOtt eine Sechswöchnerin gnädig ihre sechs Wochen erhalten, ihre Kraft ihr wieder gegeben, sie gestärkt, und ihr Kind vor Unglück bewahrt hat, daß sie nun ihren Kirchgang halten kann: so soll ja allerdings ihr Mund voll Rühmens sein und den allerhöchsten GOtt dankbar preisen und loben. Sie soll 1) erwägen, wie schwach und kraftlos sie sich in ihr Bett gelegt, aber auch, wie GOtt ihre Kräfte erneuert, daß sie nun gesund und frisch wieder aus­gehen kann. 2) Sie soll gedenken, wie andere Sechs­wöchnerinnen schwere Krankheiten ausgestanden, nach ihren 6 Wochen ein schweres Lager u. Unglück gehabt haben, ja gar gestorben sind. Wenn aber GOtt sie davor bewahrt, so soll sie des Lobens u. Dankens nicht vergessen. 3) Wenn sie überdies auch ihr Kind frisch und gesund steht, so hat sie Ursache, dieselbe hohe WohlthatGottes demüthig zu erkennen.