Vorrede.
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in dem Werk nichts geändert, außer, daß ich die Poesie, wo sie zu hart klingt, gemildert habe.
Und weil man zu diesen Zeiten so viel von Krieg, ansteckender Seuche und Theurung, mit denen Gott die Länder heimsucht, vernimmt, so haben die Herren Verleger dafür gehalten: es seie wohl gethan, wenn man andächtigen Seelen in solchen Jammerstunden Anleitung gebe, die Noth des Nächsten und ihre eigene Noth in Bitte, Gebet und Fürbitte vorzutragen. Und da uns der getreue Gott in unserem deutschen Vaterlande den edlen Frieden geschenkt hat, so habe ich auch zu diesen Freudenfesten eine Andacht hinzufügen wollen.
Eben um dieser Ursache willen ist diese Auflage auch mit Festandachten vermehrt worden, damit in solchen Tagen der müde Geist in Gott erfreut, irdisch gesinnte Menschen aber erinnert werden mögen, wie Festtage keine Spizier, Lauf, Sauf, Spiel- und Tanz- Tage sein sollen. Es scheint, die bösen Gewohnheiten bleiben ein sündliches Erbgut, welches eine Zeit der andern überliefert, so daß man mit Nicolaus von Elemangis noch dieselbe Klage führen muß, daß an keinem Tage mehr Sünden getrieben werden, als an Sonn- und Festtagen.
Du aber, o dreieiniger GOtt! wirke in allen Betenden eine herzliche und inbrünstige Andacht. Lasse die Gefunden in den Tagen, in denen du sie mit Wohlergehen begnadiget, in deiner Erkenntniß und Liebe zunehmen, und sich Schäße sammeln, damit sie sich in Noth und Tod aufrichten können. Erfreue dic Betrübten in ihren Jammer- Stunden, versichere sie deiner Allmacht, Weisheit und Treue. Ueberzeuge die Kranken von deiner ewigen Liebe, und lasse die Sterbenden nach dem Vorbilde JEsu sich dem Willen des Vaters übergeben. Umfasse, treuer Vater! alle Betenden mit deiner Gnade.


