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ihre Blindheit! der Du die höchste Wahrheit bist, bessere ihren Irrthum! Der Du das wahre Leben bist, mache ihre Seelen lebendig! Du hast durch Deinen geliebten Jünger gesprochen: wer mich nicht liebt, bleibt im Tode. So flehe ich denn, o Herr! daß Du ihnen die Liebe nach Deiner Vorschrift zu Dir und dem Nächsten gebeft, damit sie sich nicht einer Sünde gegen den Bruder schuldig machen.
Laß es fern seyn von mir, o Herr! daß ich meinen Brüdern eine Ursache des Todes oder ein Stein des Anstoßes und Aergernisses werden sollte. Genug ist es, und mehr als genug, daß ich mir selbst zum Aergernisse gereiche; ich habe genug an meiner eigenen Sündenschuld. So fleht denn Dein Knecht für seine Mitknechte, daß sie um meinetwillen niemals die Güte eines so großen und so gütigen Gottes beleidigen, sondern mit Dir versöhnt werden und nach Deiner Vorschrift und um Deinetwillen mit mir in Eintracht leben mögen. Das ist die Rache, welche das Innerste meines Herzens an meinen Mitknechten und Feinden und Mitsündern nehmen will. Das ist die Strafe, welche meine Seele für meine Mitknechte und Feinde erbittet: daß sie Dich und sich untereinander lieben wie Du es willst und es uns zum Heile gereicht; damit wir dem gütigsten Herrn, wie für uns selbst, so für einander Genugthuung leisten, und daß wir, von der Liebe geleitet, dem gemeinsamen Herrn zu unserm gemeinsamen Wohl einträchtig verbunden seyen.


