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weißt es auch, was mein Herz meinen Feinden wünscht. Du, o Gott, der Du Herz und Nieren durchforschest, schauest auch die Geheimnisse meines Herzens. Vor Dir ist offenbar, was Du in die Seele Deines Dieners gesäet hast, das werth wäre, Dir dargebracht zu werden; vor Dir ist auch nicht verborgen, was etwa ich und ein mir feindlich gesinnter Mensch daselbst ausgesäet haben, das mit Feuer ausgerottet werden müßte. Verschmähe nicht, gütigster Gott, was Du gesäet hast, sondern hege und vermehre, vervollkommne und bewahre es. So wie ich ohne Dich nichts Gutes beginnen könnte, so vermag ich es auch nicht zu vollenden oder zu bewahren ohne Dich. Richte mich nicht, barmherziger Gott, wegen dessen, was Dir an mir mißfällt; sondern nimm hinweg, was Du nicht gepflanzt haft und heile meine Seele, welche Du erschaffen hast. Denn ich kann mich nicht bessern ohne Dich, weil, wenn wir gut sind, nur Du uns dazu machst und nicht wir uns selbst. Meine Seele könnte nicht bestehen, wenn Du sie nach dem Maaße ihrer Verderbtheit richten wolltest. Also, o Herr, der Du allein mächtig, der Du allein barmherzig bist; was Du selbst mich meinen Feinden wünschen lehrst, das gieb ihnen und auch mir. Und wenn ich ihnen jemals etwas wünsche, das wider die christliche Liebe wäre, sey es aus Unwissenheit, aus Schwachheit oder aus Bosheit, so lasse, gütiger Herr! dieß weder ihnen noch mir widerfahren! Der Du das wahre Licht bist, erleuchte


