läßt. So möge auch die Nacht nicht einmal für die Frömmigkeit verloren seyn, und selbst deine Träume mögen sich in Gebet verwandeln. Wie sollten sie das nicht? Sind sie doch nur ein Abbild dessen, was im Laufe des Tages uns beschäftigt. So wirst du im Stande seyn, ohne Unterlaß zu beten, nicht daß du jeden Augenblick mit Worten des Gebetes ausfüllest, sondern indem du in einem beständigen Umgange mit Gott verharrest. 1)
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Jedesmal aber, wenn du des Abends zu Bette gehen willst, lies zuvor drei Bücher, die du überhaupt stets bei dir haben mußt. Das erste ist ein recht altes, graues und häßliches, mit schwarzer Dinte geschrieben; das zweite ist weiß und schön mit rother Schrift; das dritte prangt mit goldenen Buchstaben. Zuerst also lies das alte Buch, das heißt, betrachte dein vergangenes Leben, das, wie bei allen Sterblichen, auch bei dir voll Sünde und Irrthum ist. Gehe in dich und öffne das Buch des Gewissens, das bei dem letzten Gerichte Christi vor Gott und aller Welt wird aufgeschlagen werden. Prüfe und richte dich selber, damit du nicht an jenem furchtbaren Tage gerichtet und verdammet wirst. Denke daran, wie du gelebt haſt, wie nachlässig du gewesen bist in Worten, Werken, Wünschen, Gedanken; schlage die Augen nieder mit dem Zöllner und sprich: Gott sey mir Sünder gnädig! Ich habe gesündigt, o Herr, ich habe gesündigt; erbarme Dich meiner! Gib mir wahre Thränen der Buße, gib mir Gnade und wecke in mir einen guten Willen! Dann lege das alte Buch bei Seite und hole aus deinem Gedächtnisse das weiße. Siehe, es ist das unschuldige Leben Christi, Dessen Seele rein und in dem die Fülle aller Gnaden ist, Dessen herrlicher Leib aber überall von Geißeln zerschlagen und von Seinem kostbaren Blute geröthet ist. Das sind die rothen Buchstaben, welche Seine heiße
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1) Der b. Bafilius.


