Gebetlieder.
ergieße fich dir in Herz und Seele. Laß den Mund alle Stund vom Gebet und Flehen heilig übergehen.
2. Heilige den heilgen Brand, deines Geists Verlangen, dem, ders Blut an dich gewandt, heilig anzuhangen. Heilger Rauch sey es auch, der zu Gott aufgehet, wenn dein Herze flehet.
3. Das Gebet der frommen Schaar, was fie fleht und bittet, das wird auf dem Rauchaltar vor Gott ausgeschüttet; und da ist Jesus Christ Priester Verfühner aller seiner Diener.
und
4. Kann ein einiges Gebet einer gläubgen Seelen, wenns zum Herzen Gottes geht, seines Zwecks nicht fehlen; was wirds thun, wenn sie nun alle vor ihn treten und zusammen beten!
5. Wenn die Heilgen dort und hier, Große mit den Kleinen, Engel, Menschen mit Begier alle sich vereinen, und es geht Ein Gebet aus von ihnen allen: wie muß das erschallen!
6. O, so betet alle drauf, betet immer wieder! Heilge Hände hebet auf, heilget eure Glieder; heiliget das Gebet, das zu Gott sich schwinget; betet, daß es
dringet.
7. Betet, daß die letzte Zeit vollends übergehe, daß man Christi Herrlichkeit offenbaret sehe; ſtimmet ein insgemein mit der Engel Sehnen nach dem Tag, den schönen.
8. Das Gebet hat Christi Gunst, wo mans ernstlich übet; und das ist der Heilgen Kunst, beten, wie ers liebet; das gescheh
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je und je, wie ers vorgenommen, auf sein endlichs Kommen.
9. Dieß Verlangen muß vorher in der Seele glimmen, so macht aus dem Bitten er Donner, Blig und Stimmen, die ergehn und geschehn, daß die Feinde beben und Gott Ehre geben.
Christoph Carl Ludwig von Pfeil, geb. 1712, † 1784.
Mel. Mein Herzens- Jesu, meine 2c. 30. Gott, deine Güte reicht
so weit, so weit die Wolken ge= hen; du frönst uns mit Barm
herzigkeit und eilst uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort; denn ich will vor dir beten. 2.
Jch bitte nicht um UeberLaß mir, so viel ich haben muß, fluß und Schäße dieser Erden. nach deiner Gnade werden. Gib mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen.
3. Jch bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren; des guten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm sey meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht und frommer Freunde Liebe.
4. So bitt ich dich, Herr Zebaoth, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demuth, Muth in Noth, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit; laß du mich nur Barmher= zigkeit vor dir im Tode finden.
Chrifti. Fiichteg. Gellert, geb. 1715, 1769. 2*


