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ist, so ist sie doch so eingerichtet, daß wir schon hier vollkommen glückselig, oder nach Verdienst belohnt würden. Wenn zeitliches Glück oder Unglück allezeit die gewisse Belohnung der Tugend oder Strafe des Lasters wären, so würden wir mehr aus Eigennug Gutes thun, und aus Furcht das Bose meiden, als weil es Pflicht ist. Gott will aber, wir follen nicht so sehr darauf sehen, was uns angenehm, oder zuwider ist, sondern was recht oder unrecht ist, dann will er uns Alles, was wir um der Tugend Willen thun, leiden, oder verlieren, einst reichlich wieder vergelten.
Es ist auch weit mehr Gutes als llebels in der Welt, und wir haben gewiß immer mehr Ursache, Gott zu danken und froh zu seyn, als zu klagen und zu murren. Wir empfangen und genießen täglich so viel Gutes, daß das llebel gar nicht in Vergleich damit kommt. Immerfort wohlgehen kann es uns freylich nicht, so wie nicht immer die Sonne scheinen lann. Nicht Alle können gleich reich, aber Jeder fann rechtschaffen, und in seinem Stande zufrieden feyn. Das Gute, das man immer hat, gewöhnt man bald, achtet es nicht mehr, und mißbraucht es wohl gar zum Bösen. Erst durch das Ilebel lernen wir das Gute recht erkennen und schäßen. Auf dem Krankenbette erfahren wir, welch eine Wohithat die liebe Gesundheit ist. Nach Sturm und Wetter ist uns der heitere Himmel noch so schön; und nach überstandener Gefahr ist unsere Freude desto grösser.
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Vieles kommt auch nur unserer Einbildung und Empfindlichkeit als ein llebel vor, was doch nothwendig, nüglich und gut ist. Es ist gewiß gut, daß der


