24 Erstes Buch. Zehntes Kapitel.
Zehntes Kapitel.
Von der Vermeidung unnöthiger Geschwäßes.
1.
liehe, so viel du kannst, das Getümmel der Welt. Sehr hinderlich ist vieles Reden über weltliche Dinge, wenn es auch mit reiner Absicht geschieht. Denn gar leicht beschleicht uns dabei die Eitelkeit und fesselt uns. Hätte ich doch oftmals geschwiegen und wäre nicht unter Leuten gewesen! Aber woher kommt es doch, daß wir so gerne reden, und mit einander schwaßen, da wir doch nur selten ohne Verlegung des Gewissens zum Schweigen zurückkehren? Wir reden deßwegen so gern miteinander, weil wir durch unsre Unterredungen Einer vom Andern Trost suchen, und das durch mancherlei Gedanken ermüdete Herz zu erleichtern wünschen. Auch gewährt es uns Vergnügen, von dem zu reden und daran zu denken, was wir gern haben, und wornach wir verlangen, oder was wir verabscheuen.
2. Aber leider geschieht es meist vergebens und mußlos! Denn dieser äußere Trost ist für den innern, für den göttlichen Trost von nicht geringem Nachtheile. Darum sollen wir machen und beten, damit die Zeit nicht unbenußt uns entfliehe, und wenn es sich


