Erstes Buch. Drittes Kapitel. 13
schaft. Von sich selbst nichts halten, dagegen von Andern gut und rühmlich denken, das ist große Weisheit und Vollkommenheit. Siehst du auch einen Andern offenbar fündigen oder irgend ein schweres Verbrechen begehen, so darfst du dich deßwegen doch nicht für besser halten, weil du nicht weißt wie lange du im Guten verharren wirst. Wir Alle sind schwach, aber Niemanden halte für schwächer als dich selbst.
Drittes Kapitel.
Von der Lehre der Wahrheit.
1.
Urlüdselig derjenige, den die Wahrheit durch sich selbst lehrt, nicht durch Bilder und verhallende Worte, sondern wie sie an sich ist. Unsre Meinung und unsre Sinne täuschen uns oft und sind sehr kurzsichtig. Was nüßt vieles Grübeln über verborgene und dunkle Dinge, wegen deren Unkenntniß wir im Gericht nicht zur Rechenschaft gezogen werden? Es ist große Thorheit, das Nüßliche und Nothwendige vernachlässigen, und vorwißig schädlichen Dingen unsre Aufmerksamkeit zuwenden. Wir haben Augen und sehen nicht.
2. Und was fümmern uns die Schulbegriffe von Gattungen und Arten? Der, zu


