Erstes Buch. Zweites Kapitel.
11.
ten, wie man fromm leben soll. Es ist Eitelteit, bloß auf das gegenwärtige Leben seine Gedanken richten und das zukünftige vergessen. Es ist Eitelkeit, das lieben, was schnell vorübergeht, aber nicht dahin eilen, wo die Freude ewig dauert.
5. Denke oft an jenen Ausspruch:„ Das Auge wird nimmer satt vom Sehen, und das Ohr nicht satt vom Hören." Ziehe also dein
Herz vom Sichtbaren ab, und richte es auf das Unsichtbare: denn die, welche ihrer Sinnlichkeit folgen, befleden ihr Gewissen und verlieren die Gnade Gottes.
Zweites Kapitel.
Von der Geringschäßung seiner selbst.
1.
Alle Menschen sind von Natur wißbegierig
aber was nüßte die Wissenschaft ohne die Furcht Gottes? Fürwahr! der niedrigste Landmann, welcher Gott dient, ist besser als ein stolzer Weltweiser, der den Lauf der Sterne berechnet und dabei sich selbst vernachlässigt. Wer sich selbst recht erkennt, der dünkt sich in seinen eigenen Augen gering und legt wenig Werth auf die Lobsprüche der Men schen. Wüßte ich Alles, was in der Welt ist, und besäße die Liebe nicht, was würde es mir vor Gott helfen, der mich einst nach meinen Werken richten wird.


