Druckschrift 
Der Marianische Dreißigste oder Dreißig Betrachtungen über das Leben und die Schmerzen der göttlichen Mutter : nebst den vorzüglichsten Andachtsübungen eines Christen ; mit Gutheißung der hochw. Ordinariate Trient und Brixen
Entstehung
Einzelbild herunterladen

57

Wenn ich bei der Arbeit schwitze, die Un­annehmlichkeiten der immer abwechselnden Witterung und Jahreszeiten empfinde? beklagen können, wenn ich vermöge des Stan­des oder Ortes, wohin mich Gott berufen und gesetzet, vermöge Pflicht und Schuldigkeit, zur Ehre Gottes, zum Heile meiner Seele, oder zum Nußen meines Nebenmenschen manch­mal oder auch öfters beschwerliche Wege ma­chen muß? Für die Welt, für das Zeit­liche tragen wir dergleichen fast tägliche La­sten insgemein gerne; soll der Himmel so wenig werth sein, daß wir uns dafür gar nichts kosten lassen wollen? Oder glauben wir, daß man ohne Mühe aufwärts kom­men, und die gemäß dem Worte Gottes auf einem so hohen Berge gebaute ewige Frie­densburg ersteigen könne? Wo gibt es ei­nen Lohn ohne Arbeit, einen Sieg ohne Kampf, eine Krone ohne Verdienst?- Aber was sind unsere Verdienste gegen den himm­lischen Lohn? Sie sind einer solchen Beloh­nung an sich freilich nie würdig. Damit sie es aber werden, wollen wir sie, o Mut­ter! immer mit Deinen, und mit den un­endlichen Verdiensten und Leiden Deines gött­lichen Sohnes vereinigen, und durch Deine

3**

—