48
Anmuthung.
So eine wahrhaft unterthänigste Diene rin warst also Du, meine Mutter! ganz gleichförmig Deinem göttlichen Sohne, wel cher gehorsam geworden ist bis in den Tod, bis zum Kreuzestode! Darf ich mich dann Dein Kind nennen? Ich, dem nichts so zu wider ist, als wenn ich meinen eigenen Wil len brechen, mich nach Andern richten soll! Ich, der ich so ungerne gehorsame! Ich, der ich das, was mir meine Vorgesetzten auferle gen, insgemein so unvollkommen, so unwil lig verrichte! Ich, der ich diejenigen, die Gott über mich gesetzt hat, die Seine Stelle auf der Erde vertreten, die keine Macht hätten, wenn sie ihnen nicht von oben herab gegeben wäre, dessen ungeachtet manchmal so wenig achte, denselben ſo unehrerbietig begegne, oft gar in lautes Klagen und Murren gegen sie ausbreche! Nein, ich bekenne es, so kann ich kein wahres Klnd Maria sein, so lange mein Leben ihrem Beispiele schnurgerade wi Aber, o liebe Mutter! verzeihe derspricht! es mir. Wenn ich bisher Dein Kind nicht war, so will ich mich um desto mehr beflei ßen, es von nun an zu werden.
—


