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Der Marianische Dreißigste oder Dreißig Betrachtungen über das Leben und die Schmerzen der göttlichen Mutter : nebst den vorzüglichsten Andachtsübungen eines Christen ; mit Gutheißung der hochw. Ordinariate Trient und Brixen
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unverdient, unschuldiger Weise leiden muß.­Wer war denn aber unschuldiger, als Maria? Nicht einmal der Schatten der Erbsünde hat te sie berühret, vielweniger die Makel irgend einer, auch nur der kleinsteu wirklichen Sün­de. Denn( so lehren unsere unfehlbaren Glau bensväter) wie sollte es einem wohl einfal len können, daß die zu der höchsten Würde, zur Würde der göttlichen Mutterschaft, aus erwählte Seele auch nur einen einzigen Au genblick eine Feindin Gottes, ein Unterthan des Teufels gewesen seyn sollte? Die Ar che des alten Bundes war aus unverwesli chem Holze gemacht, und mit dem reinsten Golde überzogen; dieß war ein Vorbild der geistlichen Unversehrtheit der lebendigen Ar che, der unbefleckten Mutter des Urhebers des neuen Bundes, des Glanzes ihrer Tugen den. So wenig sie also an der Schuld des Adams Theil nahm, eben so wenig hät te sie an der Strafe derselben Theil nehmen sollen. Und wie hat sie es wohl an den Menschen verdienen können, daß sie ihr so viel Leid verursachten? Die Heiligste erfüll te immer alle ihre Schuldigkeiten gegen ihre Nebenmenschen auf das pünktlichste. Ihr Herz war voll der reinsten, redlichsten Liebe;

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