Druckschrift 
Der Marianische Dreißigste oder Dreißig Betrachtungen über das Leben und die Schmerzen der göttlichen Mutter : nebst den vorzüglichsten Andachtsübungen eines Christen ; mit Gutheißung der hochw. Ordinariate Trient und Brixen
Entstehung
Einzelbild herunterladen

19

seine Noth nur einmal einem Vertrauten hat klagen können. Allein wie selten sind die guten Freunde, besonders zur Zeit der Noth? Wie oft sind wir zu weit von ih­nen entfernt? Wie oft können uns auch die besten Freunde nicht helfen? Wie oft kommt man gar an einen falschen Freund? Wie manchmal sind unsere Leiden so beschaffen, daß wir sie auch dem innigsten Freund nicht klagen können oder wollen? Vor Maria

dürfen wir uns nie scheuen; sie ist unsere wahre Muiter, die mit ihren Kindern immer das aufrichtigste, innigste Mitleiden trägt. Ihrem göttlichen Sohne ist nichts unmöglich, und Er kann Seiner so lieben Mutter nichts versagen, um was sie Ihn für uns bittet; sie kann uns also auch immer helfen. Sie sieht und hört uns überall; noch Niemand hat umſonst zu ihr gerufen. Wie der gött­liche Sohn, so ist auch Maria die allgemei­ne Retterin und Zuflucht, nicht nur für die Gerechten, sondern auch für die reumüthigen Sünder.

Anmuthung.

Warum sollen wir also in unserer Trüb­sal bei den Menschen Trost suchen? bei den