Druckschrift 
Der Marianische Dreißigste oder Dreißig Betrachtungen über das Leben und die Schmerzen der göttlichen Mutter : nebst den vorzüglichsten Andachtsübungen eines Christen ; mit Gutheißung der hochw. Ordinariate Trient und Brixen
Entstehung
Einzelbild herunterladen

14

pen der Widerwärtigkeiten, sich hin auf die­sen Stern, rufe Maria an. Wenn dich die stürmenden Wellen des Hochmuthes, des Ehr­geizes, der Verläumdung oder Eifersucht her­umwerfen; sieh auf diesen Stern, rufe Ma­ria an! Erschüttert der heftige Zorn, die Rachsucht, der Geiz, die Begierlichkeit des Fleisches das Schifflein deines Herzens; sich hinauf auf Maria! Wenn dich die Menge und Größe deiner Sünden völlig verwirrt macht, wenn du von der Abscheulichkeit dei­nes Gewissens beschämt, aus Furcht vor dem dir bevorstehenden schrecklichen Gerichte zit­terst, so daß du schon anfängst, in die tief­ste Trauer und ängstlichste Bangigkeit zu ver­sinken, von den Abgründen der Verzweiflung verschlungen zu werden; denke doch an Ma­ria, rufe Maria an! Laß Maria nie aus deinem Munde, gar nie aus deinem Herzen! Und um die Hilfe ihrer Fürbitte desto siche­rer zu erhalten, laß auch das rührendste Bei­spiel ihres heiligsten Wandels nie aus deinen Augen! So lang du ihr nachgehest, verlie­rest du den rechten Weg nie; so lang du sie bittest, und sie für dich bittet, darfst du nicht verzweifeln; so lang du sie wahrhaft in dem Herzen und in dem Sinne hast, gehest du