3
VI-
-
daß ein Kriegsknecht die Seite Jesu durchstochen, durchbohrt habe. Allein der Liebling Jesu, der bei dem letzten Abendmahle an der Brust seines Herrn gelegen, und da einen tiefen Blick in die Geheimnisse seines göttlichen Herzens gethan hatte, bediente sich mit besonderer Absicht des Ausdruckes; Ein Kriegsknecht öffnete seine Seite, um uns anzuzeigen, daß Jesus nichts gelitten habe, was nicht zu unserem Besten wäre, und daß nach dem Rathschlusse Gottes feine Seite nur deßwegen eröffnet worden sei, um uns durch dieselbe zu dem göttlichen Herzen freien Zutritt zu verschaffen.
Griet
Aus diesem Gesichtspunkte betrachtet, ist die Andacht zu dem allerheiligsten Herzen Jesu, wie Jedermann einsieht, gar nichts Neues. Die heiligen Anbeter Jesu zeigten von jeher eine große Andacht zu den fünf Wunden, welche unser Erlöser in seinem verklärten Leibe zum Troste seiner Getreuen behalten hat. Allein etwas vorzüglich Anziehendes hatte für sie immer die Wunde seiner heiligen Seite. Und warum? Weil sie uns gleichsam den Weg bahnet zu dem göttlichen Herzen Jesu; durch sie können wir hiueindringen zu der Quelle der Gnade, zu dem Size der Liebe, und so zu sagen, dem Heilande ganz eigentlich ans Herz reden, und in jedem Verhältnisse unseres Lebens bei ihm Hülfe, Troft und Erquickung finden.
Daher haben denn auch, wie gesagt, die Heiligen schon in den ersten Zeiten des Christenthums eine große Andacht zu dem allerheiligsten Herzen Jesu allenthalben an den Tag gelegt. Der große Weltapostel, der heilige Paulus, der, von dem Geiste Jesu erleuchtet, die göttliche Kraft und un


