Druckschrift 
Kommunionbüchlein für Alle, die den Herrn Jesum lieb haben / von Georg Ott
Entstehung
Einzelbild herunterladen

14

Von den wunderbaren Wirkungen

gefällt, daß man sich aus Demuth und Ehrfurcht zu­weilen von der Kommunion enthalte, ihm dennoch die Liebe und das Vertrauen weit mehr gefällt, welches ihm eine Seele durch den Empfang der heiligen Kom­munion zu erkennen gibt. Doch wer könnte auch nur auf eine würdige Weise die heilige Kommunion empfangen? Wirst du etwa, wenn du selten kommu­nizirst, würdiger werden? Gerade, um würdig zu werden, mußt du dich befleißen, so fromm als mög­lich zu leben und recht oft zu kommuniziren. Eben durch die öftere Kommunion wirst du immer reiner, Gott wohlgefälliger! Mit Recht hat daher eine fromme Jungfrau gesagt: Weil ich mich unwürdig erkenne, die heilige Kommunion zu empfangen, möchte ich täglich dreimal kommuniziren: denn alsdann könnte ich hoffen, immer würdiger zu werden, je öfter ich kommuniziren würde.

-

-

Ich weiß aber nicht, ob ich im Stande der Gnade Gottes bin.

11

Wer weiß aber dieses? Hat nicht der Hl. Apostel Paulus gesagt: Niemand weiß, ob er der Liebe oder des Hasses würdig ist!" Hat nicht derselbe Apostel ausgerufen: Ich bin mir zwar nichts bewußt, aber deßhalb bin ich noch nicht gerechtfertigt!" Es sei dir genug, wenn dein Beichtvater, der die Stelle Gottes vertritt, dir die heilige Kommunion gestattet, und dich also versichert, daß du in der Gnade Gottes stehest. Die Versicherung deines Beichtvaters ist zu­verlässiger, als selbst die eines Engels. Denn wenn es dir schiene, als ob ein Engel dir es verkündet, so könnte dieß doch nur ein Blendwerk seyn, aber wenn dein Beichtvater im Namen Gottes tich davon versichert, so darfst du keinen Betrug fürchten.