Vom Gebete überhaupt.
Wird aber das Gebet in einer engeren Bedeutung genommen, so begreift es nur die Bitten in sich, die man vermittelst des Geistes und der Liebe zu Gott abschicket, um eine Wohlthat zu erhalten, die man von ihm in Rücksicht auf das ewige Leben entweder für sich oder für den Nächsten erwartet. Der Glaube, der uns Gott erkennen läßt, läßt uns auch einsehen, daß wir ohne den Beistand Gottes und ohne die Gnade Jesu Christi die Gebote nicht halten, unsern Pflichten nicht nachkommen, die Versuchungen nicht überwinden und zum Besiße und Genusse Gottes nicht gelangen können. Dieses Alles überzeugt uns aber auch von der unumgänglichen Nothwendigkeit, unsere Zuflucht zum Gebete zu nehmen. Wenn das Gebet- wie die H. Väter lehren die Nahrung der Seele ist, so kann man dasselbe nicht unterlassen ohne Gefahr, in eine solch tödtliche Lauigkeit zu verfallen, welche nicht die geringste Hoffnung zur Seligkeit übrig läßt.„ Betet, damit ihr nicht in
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