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Weißenfelser neues Gesangbuch : zum Gebrauch bei öffentlichen und häuslichen Gottesverehrungen ; nebst einem Anhange einiger Gebete
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Morgengebete.

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willst, daß wir still arbeiten sollen, um unser eignes Brod essen zu können. Die ganze Natur ist zu neuer Thätigkeit erwacht; du selbst wirkest, denn du erhältst, beschüßest und beglückest in jedem Augenblicke, und ich sollte nicht zu mei­nem und zu Andrer Wohl wirksam sein wollen? Wir Menschen sind unter einander verbunden, wie Glieder eines Leibes, und so viele meiner Mitmenschen leisten mir Dienste, indem sie durch ihre Arbeiten und Anstrengungen beitragen, meinen Bedürfnissen abzuhelfen und mir so manche Be­quemlichkeit, so manchen Genuß zu verschaffen, und ich sollte mich nicht verbunden achten, meinen Mitmenschen durch die treueste Anwendung meiner Kräfte zu dienen?

Laß mich also, mein Gott und Herr, recht lebhaft füh­len, daß du mich nicht zum Müßiggehen, sondern, um Gu­tes zu wirken, in die Welt geseßzet hast. Hilf aber auch, daß ich nicht bloß um meines Vortheils willen arbeite, son­dern in der Ueberzeugung, daß ich dir selbst diene, wenn ich meine Geschäfte darum redlich betreibe, weil du sie mir aufgegeben hast und weil ich verpflichtet bin, deine Absich­ten zu erfüllen und mich Andern nüßlich zu machen.

Aber, was vermag ich ohne dich? wer fristet mein Le­ben? wer erhält meine Gesundheit? wer verleihet mir Gei­stes- und Leibeskräfte? wer entfernt die Hindernisse, die wir oft bei unsern redlichsten Bestrebungen finden? wer führt die günstigen Umstände herbei, ohne welche unsere Bemühun­gen nicht gelingen können? Das thust du, o Vater, von dem ich mit Allem, was ich bin, was ich habe und unternehme, ganz abhänge. Wo du das Haus nicht bauest, so arbeiten umsonst, die daran bauen. Weder der da pflan­zet, noch der da begießet, ist Etwas, sondern du, Allmäch. tiger, der das Gedeihen giebt. Fördere also meine Berufs­geschäfte und laß mich inne werden, daß es nie ganz ver­geblich ist, wenn ich redlich ausrichte, was mir obliegt. Noch einmal flehe ich: o Herr, hilf, o Herr, laß Alles wohl gelingen, dir zum Preis und mir und meinen Mit­menschen zum Segen. Amen.

3.

Herr, wenn ich erwache, so denke ich an dich! Wie föst­lich ist mir der Gedanke von dir, wie erfreulich das Ge­fühl, daß du uns allenthalben nahe bist, uns allenthalben