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Weißenfelser neues Gesangbuch : zum Gebrauch bei öffentlichen und häuslichen Gottesverehrungen ; nebst einem Anhange einiger Gebete
Entstehung
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Morgengebete.

Anwendung auf meinen Seelenzustand und mit dem festen Vorsatz geschehen, Allem nachzukommen, was du von uns forderst.

Mund und Herz müssen übereinstimmen, wenn ich bete und singe; und der Gedanke, daß Andere mit mir ge­meinschaftlich Einen Gott und Vater anrufen, denselben Glauben, dieselbe Hoffnung an den Tag legen, und sich gleicher Hülfe, gleiches Segens bedürftig erklären, müſſe mich in der Demuth erhalten und mich zur herzlichen Liebe gegen diejenigen reizen, mit welchen ich so genau verbun­den bin.

Ja, Vater, laß mich alle Andachtsübungen als Mit­tel ansehen, mich im Guten weiter zu bringen, und be­festige mich in der Ueberzeugung, daß wir dich nur dann recht verehren, wenn wir uns selbst dir zu einem lebendi­gen Dankopfer darbringen, unsere Kräfte und Gaben nach deinen Absichten anwenden, Wittwen und Waisen in ihrer Trübsal besuchen und uns von den Unsittlichkeiten der Welt unbefleckt erhalten.

Mich hierzu williger zu erhalten, laß auch die heutige Sonntagsfeier gesegnet sein. Bestrebe ich mich aufrichtig, dich durch treue Erfüllung meiner Pflichten zu verehren, so werde ich nicht nur die Ruhe und die Freude, die du mir heute gönneft, mit dankbarem Andenken an dich ge­nießen und mich dabei vor Sünden hüten, sondern ich werde auch jeden Tag meines künftigen Lebens für mich zu einem Freudentage machen, weil ich an jedem das Zeugniß eines guten Gewissens fühlen, mich deines Beifalls und Wohl­gefallens trösten und in froher Hoffnung jener seligen Ruhe entgegen sehen kann, die du deinen treuen Verehrern ver­heißen hast. Amen.

Wer deinen Lehren folgt, fühlt ihre Göttlichkeit; Sie geben Licht und Trost, im Tode Freudigkeit.

2.

Herr, hilf, o Herr, laß Alles wohl gelingen! Mit diesen Gedanken gehe ich heute an die Werfe meines Stan­ des und Berufes. Wie unverantwortlich wäre es, wenn ich

mich denselben entziehen, oder sie auch nur verdrossen ver­richten wollte! Du, o Vater, haft sie mir aufgegeben und