10
schenft, Gott ist allgegenwärtig!
2. Wenn sich in stiller Einsamkeit der Geist zu Gott erhebet und voll von hoher Seligkeit in heil'ger Andacht schwebet, dann sieht sein milder Vaterblick mit Wohlgefallen unser Glück; Gott ist allgegenwärtig!
3. Wenn ich, zu thun, was ihm gefällt, den frommen Vorsatz fasse; wenn ich die Eitelkeit der Welt und jedes Laster hasse, so stärkt mich Schwachen seine Kraft; denn er, der das Vollbringen schafft, Gott ist allgegenwärtig!
4. Wenn er mir heitre Tage giebt und dieses Lebens Freuden, und wenn er meine Tugend übt durch Prüfungen und Leiden, so zag' ich nicht; er ist auch da mit seiner Hülf' und Güte nah'; Gott ist allgegenwärtig!
5. Und wenn mein Auge sterbend bricht, wenn jeder Sinn mir schwindet, wenn selbst des Freundes Tröstung nicht das bange Herz
Gott, dessen Dasein,
empfindet und nicht mehr liebend schlagen kann: 0, bester Vater! dann, auch dann bist du mir gegenwärtig.
6. Dann führet mich der Tod hinauf zu deines Himmels Freuden, und ich beginn' den neuen Lauf, nun ewig frei von Leiden. Dann seh' ich dich, der Alles lenkt, der hier mir Trost, dort Wonne schenkt, mir immer gegenwärtig.
Elisa von der Nede.
Allmacht Gottes. Mel. Sei Lob und Ehr' dem sc. 12. Wie groß, o Gott,
ist deine Macht, du Herr, durch den wir leben! Wie viel hast du hervorgebracht, wie viel auch uns gegeben! Wer überschaut das Sternenheer? wer zählt die Welten weit umher? wer zählt die Wesen alle?
2. Herr, der du Erd' und Himmel füllst, dein Allmachtsruf: es werde! bewirft im Himmel, was du willst, bewirkt es auf der Erde. Zu hoch ist nichts


