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Gebet in Kriegsnoth. Auf der Reise.
seiner gänzlichen Unmacht beugen, vor dir der verstockte Sünder unter den Schrecken seines Gewissens zittern. Aber du bist der Allgütige, Gnädige und Barmherzige. Deine Donner und Blige erschüttern, aber sie befruchten auch den Erdboden; deine Sturmwinde schrecken uns, aber reinigen und erfrischen die schwüle Luft, und geben uns eine erquickende Kühle. Wer unter deinem Schirme fizet, du Höchster, und in dem Schatten deiner Allmacht ruhet, der spricht zu dir: Herr, meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe! Auch im grauenvollen Dunkel bist du bei uns. So breite denn auch in diesen Augenblicken die Flügel deiner Allmacht über uns aus, sey unser Schirm und Schild und wende alle drohende Gefahr von uns ab. Bewahre unser Leben, beschüße unser Eigenthum, und behüte gnädig die Früchte und Gewächse des Landes. Gib, daß der Anblick deiner furchtbaren Größe, du majestätischer, heiliger Gott, bleibende heilsame Eindrücke bei allen zurücklasse die sich jetzt im Staub vor dir beugen müssen. Herr Gott, du bist unsre Zuflucht für und für. Wir werfen uns in deine Vaterarme; auf dich stehet unsre Hoffnung. Erbarme dich unser! Amen.
Gebet in Kriegsnoth.
Gott! du bist auch dann noch ein Vater deiner Kinder, wenn du schwere Trübsale über sie verbängst, heilig und gerecht in allen deinen Wegen, gnädig und barmherzig, geduldig und von großer Güte und Treue, ein Trost der Traurigen, und eine Hülfe der Schwachen, unsere Zuversicht und Stärke, ein Herr, Herr, der auch vom Tod errettet. Zu dir flehen wir, so wie alle unsere Mitmenschen, über welche du nach deinem unerforschlichen Rath den Jammer des Kriegs verbreitet hast. Dich beten wir in unserer Noth als einen Vater an, der seine Kinder mit Maßen züchtiget, dessen Treue groß ist am Tage der Leiden wie an den Tagen der Freude, in den Stürmen des Krieges wie im Sonnenschein des Friedens, dessen Weisheit alles zum besten lenket, und auch aus der Traurigkeit Freude, aus dem Verlust Gewinn, aus dem Tod Leben zu schaffen vermag. Wir demüthigen uns unter deine gewaltige, aber weise und liebevolle Hand. Wir unterwerfen uns deiner väterlichen Züchtigung. Ach erbarme dich unser nach deiner großen Güte! Siehe in Gnaden herab auf dieses dein Land, dem du bisher so gnädig gewesen bist. Erleichtere und mildere nach deiner großen Barmherzigkeit die schweren Drangsale des Krieges. Laß die Seufzer der Gedrückten und Leidenden, der Armen und Elenden Erhörung bei dir finden. Schenke denen die für unser Vaterland kämpfen Muth in ihrem Beruf, Schuß in Gefahren, Sieg im Streite, und vor allem Vertrauen auf dich und deine Hülfe. Steure dem Geist der Zwietracht unter den Völkern, und laß bald wieder Frieden, Ruhe, Sicherheit und Ordnung zurückkehren. Nimm uns, unsern Ort und unser ganzes Land in deinen mächtigen Schuß. Erhalte unser Herz nur bei dem einen, daß wir deinen Namen fürchten, dir kindlich vertrauen, dich in unserer Noth suchen, und durch deine Züchtigung uns zu ernster Buße erwecken lassen. Dein Nath ist wunderbar, aber du führeft alles herrlich. Stärke unsern Glauben; Herr, unsere Seele harret auf dich; du bist unsere Hülfe und Schild. Amen.
Gebet auf der Reiſe.
Allgegenwärtiger Gott, du bist allen deinen Geschöpfen nahe; du umgibst auch mich an allen Orten; ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehest alle meine Wege. Herr, du bist meine Zuversicht und meine Zuflucht. Schüße mich vor allen Unfällen, die mich auf meiner Reise treffen könnten.


