Druckschrift 
Gesangbuch für die evangelische Kirche in Württemberg : [nebst] Die Leidensgeschichte Jesu Christi, aus den vier Evangelisten zusammengefaßt; Sonn-, Fest- und Feiertägliche Evangelien und Episteln; Gebete
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Für den Regenten, Obrigkeit u. Daterland, bei einem Gewitter. 133

Bestreben soll es seyn, so zu denken, zu reden und zu handeln, wie es dir wohlgefällig ist, und die Lehre meines Heilandes in allen Stücken zu zieren. Allwissender Gott, du hörst mein Versprechen, du kennest aber auch meine Schwachheit und Gebrechlichkeit. Herr, ohne dich kann ich nichts Gutes vollbringen. Darum stärke mich durch deinen Geist, meine guten Vorsäße auszuführen. Verborgen ist es mir, welche Schicksale in dem nächsten Jahre meines Lebens und in der ganzen Zukunft meiner warten. Du allein weißest es, der du alles was mir begegnet, von Ewigkeit her über mich beschlossen hast. Unter deiner gnädigen Aufsicht und Leitung müssen alle Dinge zu meinem besten dienen. Du wirst es gewiß wohl mit mir machen. Vater, dein Wille geschehe. Amen.

NOR

Gebet für den Regenten, die Obrigkeit und das Vaterland.

Großer Gott und Herrscher über alles! Wir danken dir, daß du eine Obrig­keit verordnet hast, und durch dieselbe uns Schuß, Sicherheit des Lebens, Leibes und Eigenthums, und viele andere Wohlthaten verleihest. Es ist dein Wille, daß wir Bitte, Gebet und Danksagung für alle Obrigkeiten vor deinen Thron bringen, damit wir ein geruhliches und stilles Leben führen mögen. Darum flehen wir um deinen Segen für unsern Landesregenten. Erfülle ihn mit deinem Geiste, daß er erkenne was uns gut, und vollbringe was uns heilsam ist. Verleihe ihm christliche Weisheit, daß er das Reich deines Sohnes, unsers Herrn Jesu Christi, erweitere und befestige. Nüfte ihn auk mit Kraft und Stärke, daß er alle Hindernisse des Guten und der Wohl­fahrt des Landes glücklich besiege. Laß es ihm nie an weisen und redlichen Rathgebern fehlen, welche das Vaterland, Recht und Gerechtigkeit, Religion und Tugend lieben und schüßen. Mache ihn zum Vater der Wittwen und Waisen, zur Zuflucht der Gedrückten, zum Retter der Unschuldigen, zum Beschüßer aller Guten, und zum Schrecken aller Bösen. Erhalte und be. wahre sein theures Leben, schüße seine geheiligte Person vor jedem Unfall. Verherrliche an ihm und an seinem Hause deine Gnade. Erfreue ihn durch jeden edlen und erheiternden Lebensgenuß, und schenke ihm vor allem die Liebe seiner Unterthanen. Sey mit unsrem Vaterlande, Herr unser Gott, wie du bisher mit demselben gewesen bist. Bewahre es gnädig vor Krieg, Theurung, Mißwachs, schädlicher Witterung, vor ansteckenden Krankheiten, vor Feuer- und Wassersnoth, so wie vor Dürre und Wassermangel; verleihe fruchtbare Jahreszeiten, laß Wissenschaft und Künste, Handlung und Acker­bau, und jedes nügliche Gewerbe in demselben gedeihen; gib Friede und Ruhe, Glück und Heil in jedem Stande. Laß in unsrem Lande Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen; segne uns, Gott, unser Gott, und alle Welt fürchte dich! Amen.

Gebet bei einem Gewitter.

Allmächtiger Gott, Schöpfer und Herr des Himmels und der Erde! Groß und herrlich bist du in allen deinen Werken. Groß und herrlich, wenn deine Sonne uns leuchtet; groß und herrlich, wenn schwarze Wolken deinen Him­mel trüben. Du neigest den Himmel und fähreft herab auf dunklen Wetter­wolken. Du donnerst und schleuderst deine Blige, daß sie wie Feuerflammen auf uns herabfahren. Hagel, Blize und Sturmwinde sind deine Boten die deine Befehle ausrichten. Herr, wer kann deiner Macht widerstehen? In einem Augenblick vermagst du uns und alles was wir besigen, in Staub und Asche zu verwandeln. Vor dir muß sich der schwache Sterbliche im Gefühl