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Heiliges Lippen- und Herzens-Opfer einer gläubigen Seele oder vollständiges Gesang-Buch : enthält in sich die neuesten und alten Lieder des seligen D. Luther u.a. erleuchteten Lehrer unserer Zeit ; zur Beförderung der Gottseligkeit bei öffentlichem Gottesdienst in Pommern und andern Orten zu gebrauchen ; eingerichtet, auch mit bekannten Melodien versehen ; Nebst einem geistreichen Gebet-Buch ; mit vermehrtem Sonn- und Festtags-Register versehen / von ... Laur. David Bollhagen
Entstehung
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der Stadt Jerusalem. NO

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Bräutigam! Ein Geschrei über| phanussagt, als Mörder und Ver­alles Volt! Und das klägliche räther, den gerechten und unschul­Schreien trieb er Tag und Nacht| digen Christum getödtet batten, an einander, und lief wüthend in ist es mit dem ganzen Jüdischen der Stadt umher. Und wiewohl Reich in allen Städten immer är­ihn etliche mit Geißeln und Ruger geworden. Die Hohenprie­then straften, die diese Worte, als ster hoben an, übten Tyranney eine böse Deutung über die Stadt, nicht gerne hörten, so hörte er doch nicht auf. Und als man die sen Menschen hat gebracht vor den Landpfleger, welchen die Römer da hatten, der ihn auch mit Gei­Beln hart bis aufs Blut stäupen und peitschen ließ, hat er doch mit feinem Wort Gnade gebeten, hat auch nicht eine Zähre oder Thräne gelassen, sondern ohne Un­terlaß überlaut geschrieen: Weh! Weh! Weh dir, o du armes Je­rusalem! Albinus, der Richter, hat ihn als einen Thoren verach­tet. Dieser Mensch aber ist sie ben Jahre an einander nicht viel mit Leuten umgegangen, sondern allein gegangen, wie ein Mensch, der etwas tief bei sich besin­net, oder tichtet, und hat im­merdar diese Worte von sich hören lassen: Weh! Weh dir, o du armes Jerusalem! Und von sol­chem Rufen ist er nicht müde ge­worden. Und als die Stadt nun ist von den Römern belagert gewe­sen, ist er auf den Mauern um­her gegangen, und hat immer ge­schrieen: Weh über den Tempel! Weh über das ganze Volk! Und zulegt hat er auf eine Zeit diese ungewöhnlichen Worte dazu ge­sagt: Wehe auch mir! Und in dem Worte ist er ungefähr von der Feinde Geschoß getroffen und also todt geblieben. Diese und andere große Zeichen sind vorher gegan­gen, ehe Jerusalem zerstört ist.

wider die andern Priester. Unter den andern Gewaltigen war aller­lei Haß und Neid, und schickte sich alles zur Uneinigkeit im Regi­ment, und ließ sich ansehen, daß eine große Aenderung und Zerrüt­tung des Reichs vorhanden wä­re. Auf solchen Zwiespalt uud Haß der Gewaltigen unter sich, erhoben sich Rotten und allerlei partheiische Zertrennungen. Und außerdem trug sich zu allerlei Unglück, viel Raubens und Mor­dens in der Stadt und außer Jerusalem, und schickten sich alle Sachen, daß beide Regiment geiſt­lich und weltlich, zu Trümmern geben wollten. Darüber begab sichs auch, daß der Kaiser Nero Cestium Florum in das Jüdische Land schickte; und als er den Ju­den sehr hart war, und mit vie len Dingen seinen Geiz, Stolz und Muthwillen übte, haben ihn die Juden verjagt; und als er mit ihnen zu schlagen kam, hat er fünf tausend Mann der Sei­nen verloren. Also wütheten die Juden durch GOttes Verhäng­niß, daß sie auch wider die Rö­mer sich seßten, und von ihnen abfielen. Als aber der Kaiser Nero das erfuhr, schickte er Fla­vium Vespasianum mit seinem Sohn Tito in Syriam.

Nun wollen wir von der Zer­störung an ihr selbst auch kurz reden. Da die Juden, wie Ste:

Orient, Diese Zeit ist im ganzen wie auch Tranquillus schreibt, eine gemeine Sage und Gerücht gewe­sen, daß eben um diese Zeit Etli­che, so aus Judäa kommen wür­den, sehr groß und ganz mächtig in aller Welt sollten werden. Und wiewohl das an dem geistlichen

Reich