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Heiliges Lippen- und Herzens-Opfer einer gläubigen Seele oder vollständiges Gesang-Buch : enthält in sich die neuesten und alten Lieder des seligen D. Luther u.a. erleuchteten Lehrer unserer Zeit ; zur Beförderung der Gottseligkeit bei öffentlichem Gottesdienst in Pommern und andern Orten zu gebrauchen ; eingerichtet, auch mit bekannten Melodien versehen ; Nebst einem geistreichen Gebet-Buch ; mit vermehrtem Sonn- und Festtags-Register versehen / von ... Laur. David Bollhagen
Entstehung
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98 Historia vom Leiden und Sterben JEsu Christi.

zerbrechen. Und abermals spricht eine andere Schrift: Sie werden sehen, in welchen sie gestochen haben.

bei ihm waren, und bewahrten würde: Ihr sollt ihm kein Bein JEsum, da sie jahen, daß er mit solchem Geschrei verschied, und fahen das Erdbeben, und was da geschah, erschraten sie sehr, und preiseten GOtt, und sprachen: Wahrlich, dieser ist ein frommer Mensch gewesen, und GOttes Sohn. Und alles Volk, das dabei war, und zusahe, da sie saben, was da geschahe, schlugen fie an ihre Brust, und wandten wieder um. Es standen aber seine Verwandten von ferne, und viel Weiber, die ihm aus Galiläa waren nachgefolgt, und sahen das alles; unter welchen war Maria Magdalena, und Maria, des fleinen Jakobs und Joses Mutter, und Salome, die Mut­ter der Kinder Zebedäi, welche ihm nachgefolget waren, da er in Galiläa war, und gedienet, und viele Andere, die mit ihm hinauf gen Jerusalem gegangen

waren.

Die Juden aber, die weil es der Rüsttag war, daß nicht die Leich name an dem Kreuze blieben den Sabbath über( denn desselbigen Sabbathstag war groß), baten Fie Pilatum, daß ihre Beine ge­brochen und abgenommen wür­den. Da tamen die Kriegs­knechte, und brachen dem ersten die Beine, und dem andern, der mit ihm gefreuzigt war. Als sie aber zu JEsu famen, da sie sa­hen, daß er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht, sondern der Kriegsknecht einer öffnete seine Seite mit einem Speer, und alsbald ging Blut und Wasser heraus.is

Und der das gesehen hat, der hat es bezeuget, und sein Zeug­niß ist wahr, und derselbige weiß, daß er wahr sagt, auf daß auch ihr glaubet. Denn solches ist ge­Schehen, daß die Schrift erfüllet

Darnach am Abend, weil es der Rüsttag war, welcher ist der Vor- Sabbath, kam Joseph von Arimathia, der Stadt der Juden, ein reicher Mann, ein Rathsherr, ein guter, frommer Mann, der nicht gewilligt hatte in ihren Rath und Handel, welcher auf das Reich GOttes wartete, denn er war ein Jünger JEsu, doch heimlich, aus Furcht vor den Juden; der wagte es, und ging hinein zu Bilato, und bat, daß er möchte abnehmen den Leich­nam JEsu.

Pilatus aber verwunderte sich, daß er schon todt war, und rief den Hauptmann, und fragte ihn, ob er längst gestorben wäre? Und als er es erkundet von dem Hauptmann, gab er Joseph den Leichnam JEsu, und befahl, man sollte ihm ihn geben. Und Joseph kaufte eine Leinewand. Es tam aber auch Nicodemus, der vor­mals bei der Nacht zu JEsu ge= kommen war, und brachten Myrr­hen und Aloe unter einander, bei hundert Pfunden. Da nahmen sie den Leichnam JEsu, der abge­nommen war, und wickelten ihn. in reine Leinwand, und banden ihn mit leinen Tüchern, und mit Specereien, wie die Juden pfleg= ten zu begraben.

Es war aber an der Stätte, da er gefreuzigt ward, ein Garten, und im Garten ein neu Grab, das war Josephs, welches er hatte lassen hauen in einen Felsen, in welches niemand je gelegt war; daselbst hin legten sie JEsum, um des Rüsttags willen der Juden, daß der Sabbath anbrach, und das Grab nahe war, und wälzten einen großen