Historia vom Leiden und Sterben JEsu Christi. 97
stehen, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Weib, siehe, das ist dein Sohn. Darnach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter. Und von Stund an nahm sie der Jünger zu sich.
dein Reich kommst! Und JEsus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradiese sein!
Und da es um die sechste Stunde fam, ward eine Finsterniß über das ganze Land, bis zu der neunDie aber vorüber gingen, lästerten ihn, und schüttelten die ten Stunde, und die Sonne verlor Köpfe, und sprachen: Pfui dich! ihren Schein. Und um die neunte Stunde rief JEsus laut, und wie sein zerbrichst du den Tempel, sprach: Eli! Eli! lama asapthaund bauest ihn in dreien Tagen? ni! das ist verdolmetschet: Mein hilf dir selber! bist du GOttes GOtt! mein GOtt! Warum hast Sohn, so steige herab vom Kreuz. du mich verlassen! Etliche aber, Desgleichen auch die Hohenprie- die da standen, da sie das hörster verspotteten ihn unter einander mit den Schriftgelehrten und ten, sprachen sie: Der rufet den Aeltesten, sammt dem Volke, und Elias. Darnach, als JEsus wußte, daß schon alles vollbracht war, sprachen: Er hat Andern gehol- daß die Schrift erfüllet würde, fen, und kann sich selber nicht hel: spricht er: Mich dürstet! Da stand fen. Ist er Christus, der König ein Gefäß voll Essig, und bald lief von Israel, der Auserwählte GOt einer unter ihnen hin, nahm eites; er helfe sich selber, und steigenen Schwamm, und füllte ihn nun vom Kreuz, auf daß wir esse hen und glauben ihm. Er hat GOtt vertrauet, der erlöse ihn nun, lüstet es ihn; denn er hat gesagt: Ich bin GOttes Sohn. Dasselbige rückten ihm auch auf die Mörder, die mit ihm gekreuziget waren, und schmäheten ihn. Es verspotteten ihn auch die Kriegstnechte, traten zu ihm, und brachten ihm Essig, und sprachen: Bist du der Juden König, so hilf dir selber.
mit Essig und Isopen, und steckte ihn auf ein Rohr, und hielt es ihm dar zum Munde, und tränkete ibn und sprach zu den andern: Halt, laß sehen, ob Elias komme
und ihn herabnehme.
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Aber der Uebelthäter einer, die da gehenkt waren, lästerte ihn, und sprach: Bist du Christus, so hilf dir selbst und uns. Da ant wortete der andere, strafte ihn, und sprach: Und du fürchtest dich auch nicht vor GOtt, der du doch in gleicher Verdammniß bist? Und zwar, wir sind billig darin; denn wir empfangen, was unsere Thaten werth sind; dieser aber hat nichts Ungeschicktes gehandelt. Und sprach zu JEsu: HErr, gedenke an mich, wenn du in
Da nun JEsus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! und abermal rief er laut, und sprach: Bater, ich befehle meinen Geist in deine Hände! Und als er das gesagt, neigte er das Haupt, und gab seinen Geist auf. Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerris in zwei Stüde, von oben an bis unten aus, und die Erde erbebte, und die Felsen zerrissen, und die Gräber thaten sich auf, und standen auf viel Leiber der Heiligen, die da schliefen, und gingen aus den Gräbern nach seiner Auferstehung, und tamen in die heilige Stadt, und erschienen Vielen.
Aber der Hauptmann, der da bei stand gegen ihm über, und die bei


