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Geistliche und liebliche Lieder : welche der Geist des Glaubens durch D. Martin Luthern, Johann Heermann, Paul Gerhard und andere seine Werkzeuge in den vorigen und jetzigen Zeiten gedichtet, und die bisher in Kirchen und Schulen der Königl. Preuß. und Churfl. Brandenb. Lande bekannt ... nebst einigen Gebeten / ... und einer Vorrede von Johann Porst
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Gebet in peftzeiten.

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wandeln und die ewige Se- diglich abwenden, auf daß ligkeit erwerben durch JE- wir in Gesundheit unseres sum Christum, deinen lie- Lebens eine gnädige Buße ben Sohn, unsern HErrn mögen thun, und mit dir und Heiland. Amen. emiglich in seliger Freude leben durch das bittere Let­den und Sterben JEsu Christi, deines lieben Soh­nes, unsers HErrn. Amen.

Gebet in Pestzeiten.

D

GOtt in Ewigkeit, ein Vater aller Barm­herzigkeit und Gerechtig­keit! wie du den erleuchte­ten König und Propheten David um seiner Sünde

in mit einer so grausamen Pesti- Schöpfer Himmels und der lenz gestrafet und geplaget Erde! du erhörest Gebet, hast, daß in dreien Tagen darum kommt alles Fleisch von früh an bis zu der zu dir. Ach HErr, wir bestimmten Zeit aus dem haben diese theure Zeit sehr Volk von Dan zu Bersa- wohl verdienet, denn du ba siebenzig tausend Mann hast gedråuet, es soll ein gestorben sind, und du auf fruchtbar Land nichts tra­die Beichte seiner Sünde gen, um der Sünden wil­und auf sein inniges Ge- len derer, die darauf woh­bet das Sterben und Pe- nen. Ach HErr, unsere stilenz hast lassen aufhören: missethat drücket uns hart, o HErr, so müssen wir du wollest uns unsere Sün­bekennen, daß du uns diese de vergeben. Erhöre uns grausame Pestilenz allein nach deiner wunderlichen geschickt haft zu einerStrafe Gerechtigkeit, GOtt, un­unserer unzähligen Sün- ser Heil, der du bist die den, mit denen wir dich Zuversicht aller auf Erden auf das höchste und ohne und ferne am Meer. Ach Unterlaß zu Zorn beweget HErr, thue auf deine milde und beleidigt haben. Und allmächtige Hand und såt­darum, o barmherziger tige alles, was lebet, mit GOtt und Vater, bitten Wohlgefallen. Du kannst wir dich mit innigem Her- ja rufen dem, das nichts zen in Bekenntniß unserer ist, auf daß es etwas set, Sünden, daß du uns die- zu Lobe deinem Namen und selbigen wollest gnädiglich deiner tröstlichen Gnade, verzeihen und deines gött- denn deine Brünnlein ha­lichen billigen Zornes ver- ben Wassers die Fülle. Ach gessen, und diese schreck- HErr, suche das Land heim liche Plage der Pestilenz und wässere es und mache und des jähen Todes guå- es sehr reich. Laß das Ge­

Gebet in theurer Seit und Hungersnoth. [ llmächtiger, barmherzi­