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Neues Gesangbuch für die evangelisch-lutherischen Gemeinden in den ehemals kurhessischen Landen : [nebst] Der Kleine Catechismus Herrn D. M. Luthers [und] Evangelien und Episteln auf alle Sonn- und Festtage
Entstehung
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Um 22. und 23. Sonntage nach Trinitatis.

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ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen könnet alle feu­rige Pfeile des Bösewichts und nehmet den Helm des Heils und das Schwerdt des Geistes, welches ist das Wort Gottes.

Um 22. Sonntage nach Trinitatis.

Evangelium, Matth. 18, 23: 35.

D

as Himmelreich ist gleich einem Könige, der mit seinen Knechten rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen, kam ihm einer vor, der war ihm zehn tausend Pfund schuldig. Da er es nun nicht hatte zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen, ihn, und sein Weib und seine Kinder, und alles, was er hatte, und bezahlen. Da fiel der Knecht nieder, und betete ihn an, und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Dajammerte den Herrn desselbigen Knechts, und ließ ihn los, und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging derselbe Knecht hin­aus, und fand einen seiner Mitknechte der war ihm hundert Groschen schuldig, und er griff ihn an, und würgte ihn, und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist. Da fiel sein Mitknecht nieder und bat ihn, und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Er wollte aber nicht, son: dern ging hin, und warf ihn in das Gefängniß, bis daß er bezahlte, was er schuldig war. Da aber seine Mit: knechte solches sahen, wurden sie sehr betrübt, und kamen, und brachten vor ihren Herren alles, was sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich, und sprach zu ihm: Du Schalke: knecht, alle deine Schuld habe ich dir erlassen, dieweil du mich batest; solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein Herr ward zornig, und überantwortete ihn den Peinigern, bis daß er bezahlte alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ihr nicht vergebet von euren Herzen, ein Jeglicher seinem Bruder seine Fehler.

Jch

Epistel, Phil. 1, 3:11. ch danke meinem Gott, so oft ich eurer gedenke( welches ich allezeit thue in allem meinem Gebet für euch Alle, und thue das Gebet mit Freu­den), über eurer Gemeinschaft am Evangelio, vom ersten Tage an bisher. Und bin desselben in guter Zuversicht, daß, der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird es auch vollführen, bis an den Tag Jesu Christi. Wie es denn mir billig ist, daß ich dermaßen von euch Ullen halte; darum, daß ich euch in meinem Herzen habe, in diesem meinem Gefängniß, darinnen ich das Evangelium verantworte und bekráf= tige, als die ihr Alle mit mir der Gnade theilhaftig seyd. Denn Gott ist mein 3euge, wie mich nach euch Ullen verlanget von Herzensgrund in Jesu Christo. Und darum bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Erkenntniß und Er fahrung; daß ihr prüfen möget, was das Beste sey, auf daß ihr feyd lauter und unanstößig, bis auf den Tag Chrifti, erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch Jefum Chriftum geschehen ( in euch), zur Ehre und Lobe Gottes.

Um 23. Sonntage nach Trinitatis.

Evangelium, Matth. 22, 15, 22. a gingen die Pharisäer hin, und Rath,

fingen in seiner Rede. Und sandten zu ihm ihre Jünger, sammt Herodes Die­nern und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist, und lehrest den Weg Gottes recht, und du fragest nach Niemand, denn du achteft nicht das Un­sehen der Menschen. Darum sage uns, was dúnkt dich: Ist es recht, daß man dem Kaiser 3ins gebe oder nicht? Da nun Jesus merkte ihre Schalkheit, sprach er: Ihr Heuchler, was versuchet ihr mich? Weiset mir die 3insmünze. und sie reichten ihm einen Broschen dar. und er sprach zu ihnen: Weß ist das Bild und die Ueberschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist