Druckschrift 
Neues Gesangbuch für die evangelisch-lutherischen Gemeinden in den ehemals kurhessischen Landen : [nebst] Der Kleine Catechismus Herrn D. M. Luthers [und] Evangelien und Episteln auf alle Sonn- und Festtage
Entstehung
Einzelbild herunterladen

13

4. Von den Eigenschaften Gottes.

den sterbend ich für sie Zur sichern| deinem beil, Gott, deinen wahrenfreun­zuflucht wähle. Denn deine grad und wahrheit ist So ewig als du selber bist: Heil mir, daß ich dir traue!

7. Mein leib ist sterblich, nicht mein geist, Den will ich dir vertrauen: Dein wort, das wahrbeit ist, verbeißt, Er soll dein antlig schauen. Mein fleisch rubt auch nur furze zeit: Am erntetag der ewigkeit Wirst du es auferwecken.

8. Wenn alles um mich her vergebt, Soll ich doch nicht vergeben; Vor dei­nem thron, der ewig stebt, Soll ich auch ewig stehen. Du giebst an allem

den theil: Auch mir gewiß mit ihnen!

9. Einst fallen erd und bimmel hin An deinem weltgerichte: Dann dank ichs dir, daß ich noch bin, Und wohn in deinem lichte. Dann werd ich ewig, ewig seyn, Mich ewig deiner gnade freun, Und meiner seligkeiten.

10. Der seligen unsterblichkeit, Die du mir dort willst schenken, Laß mich in dieser kurzen zeit, O gett, mit ernst be­denken! Sie sy mein trost, mein böch­stes gut, Sie stärke mich mit kraft und muth; Gerecht vor dir zu leben!

b. Allwissenheit Gottes.

im verborgnen jest geschicht, Und schante, furcht und schrecken Wird dann die heuchler treffen.

Mel. Chrift, unser herr, zum jordan: c.. gericht Wird alles einst entdecken, Was 14. Allwissender vollkommner geist! Değ auge alles sie het, Was nacht und abgrund in sich schleußt, Und dem sich nichts entziebet: Es kann vor deinem hellen licht Sich kein geschöpf verstecken. Was in der finsterniß geschicht, Das weißt du auf­zudecken, Und vor gericht zu bringen.

6. Laß mich, o höchste majestät! Dein helles auge scheuen. Das nie ein heuchler hintergebt Mit falschen schmet­cheleien. Durchbringe träftig feel und geist Mit deinen heitern blicken. Laß, was geheime schande beißt, Sammt allen bösen tücken, Mich stets sorgfäl­tig meiden.

2. Selbst die gedanken kennest du, Eh' sie in mir entstehen, Und was ich wünsche, rede, thu, Das kann dein augé seben, Vor dir ist alles offenbar! Du prüfest

fiebst du flar, Die unfer thun regieren; 15. Sir bin ich unverborgen;

alle

mel. D gott, du frommer gott. err, erforschest mich,

Nichts bleibt vor dir verborgen.

Du kennst mein ganzes thun Und alle meine sorgen; Was meine seele denkt, War dir bereits bekannt, Eh der ge= danke noch In meiner seel' entstand.

3. Was deiner freunde herz begehrt, Das weißt du, eb' sie beten, Ihr seuf zen wird von dir erhört, Eb sie noch vor dich treten Was deiner feinde ratb beschließt, Das ist dir unverborgen; Dir, der du ihren anschlag siehst, Als wie den lichten morgen, Den keine schatten decken.

2. Nie spricht mein mund ein wort, Das du, o herr, nicht wissest. Du schaffest, was ich thu; Du ordnest, du beschließest, Was mir begegnen soll. Erstaunt seb ich auf dich; Wie groß ist deinverstand! Wie wunderbar für mich!

3. Wohin, wobin soll ich Vor dei­nem geiste fliehen? Wo könnt' ich je­mals wohl Mich deinem aug entziehen? Führ ich gen himmel auf; So bist du, böchster, da; Führ ich zur tief hinab, Auch hier bist du mir nah.

4. Was nach verfließung vieler zeit, Noch künftig wird gescheben, Las fiebt dein auge allbereit Als gegenwär­tig stehen. Dir stellt sich alles deutlich dar, Das, was erst noch soll werden, Und was nun ist, und was einst war Im himmel und auf erden. Wer sollte dich nicht fürchten.

5. Bleibt gleich vor menschen man­ches noch In dieser welt verschwiegen: Go wird dein Auge fünftig doch Die finsternißbesiegen. Dein unpartheiisches

4. Nähm' ich auch, schnell zu fliehn, Die fittige vom morgen; Selbst an dem fernsten meer Bleib ich dir nicht verborgen: Auch da umschlösse mich