Vorrede.
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benvorstellungen, oder wohl gar zum Gespötte über die Wahrheiten der göttlichen Religion Jefu geben konnten, gänzlich ausgelassen und verbannet. Ja, man hat die Sorgfalt in diesem Stücke so weit getrieben, daß man hin und wieder in ganz guten Liedern einzelne Ausdrücke und Redensarten, die an sich ganz unschul dig waren, blos wegen einer möglichen Mißdeutung abgeändert, und mit anderen bestimmteren vertauschet hat. Endlich
4.) hat man sich auf das sorgfältigste bemühet, alle zu kühne, dem gemeinen Ohre ungewöhnliche Wendungen in den Wortfügungen und Wortversekuns gen zu vermeiden, und alle merkliche Fehler gegen die Gesetze der Sprachrichtigkeit, des Sylbenmaaßes und des Wohlklanges hinweg zu räumen.
Die meisten Lieder dieses Gesangbuches sind, jes doch manchmal mit einigen kleinen Abänderungen, wozu man besondere gute Gründe zu haben glaubte, theils aus einzelnen Sammlungen geistlicher Lieder und Gedichte, theils aus den besten neuen Gesangbüchern, dem Berlinischen, Anspachischen, Hessenkaffelischen, Leipziger und Göttingischen zusammengetragen wors den, und nur wenige bisher noch nicht gedruckte, hins zugekommen.
Was den Plan und die innere Einrichtung deffels ben betrifft, so hat man es, wie aus dem, dieser Vors rede nachstehenden, Inhalte zu ersehen ist, in vier Hauptabtheilungen eingetheilet.
Die erste enthält allgemeine Lob- und Danklieder, als die älteste und feyerlichste Art gottesdienstli cher Gefänge. Die zweyte: Lob- und Gebetlieder nach Anleitung der vornehmsten Lehren des christlichen Glaue
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