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Vorrede.
punkte zu beurtheilen, hat man für nöthig erachtet, dem Publikum diejenigen Grundsätze, welche man sich bey der Wahl der in daffelbige aufzunehmenden Lieder zur Regel gemacht hat, hier kürzlich vorzulegen.
Da das Gesangbuch bey den meisten Christen nebst der Bibel die einzige Quelle ihrer Belehrung und Ers bauung ist, so hat man es für unumgängliche Pflicht gehalten, daben auf diese Klasse von Menschen, wels che ben weitem den grösfesten Theil der christlichen Ges meinden ausmacht, vorzügliche Rücksicht zu nehmen, und deswegen
1.) Bey der Wahl der Gesänge nicht so wohl auf dichterische Schönheiten und Stärke der Gedans ken und des Ausdrucks, als vielmehr auf edle Einfalt, Richtigkeit und Faßlichkeit derselben gesehen. Aus eben dem Grunde hat man
2.) diejenige alte, allgemein bekannte und beliebte Lieder unseres bisherigen Gesangbuchs, welche entwes der schon glücklich verbessert waren, oder durch Vers änderung einzelner Wörter und Redensarten leicht so verbessert werden konnten, daß sie nichts anstöffiges mehr enthielten, beybehalten, wenn sie gleich übrigens keine vorzügliche dichterische Schönheiten hatten. Das hingegen aber
3.) alle diejenige Lieder, welche unrichtige, der Hoheit und Würde der Religion nicht angemessene Vorstellungen von Gott und göttlichen Dingen, oder niedrige, tåndelnde, dunkle, übertriebene und mystis sche Bilder und Redensarten enthielten, welche den gemeinen Mann leicht zu Irrthümern verleiten, den einsichts- und geschmackvollen Christen aber Anstoß und den Leichtsinnigen Veranlassung zu zerstreuenden Nes bene


