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Gesangbuch zum gottesdienstlichen Gebrauche der Reformirten Gemeinden in Kurpfalz
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Andachten und Erweckungen

del reiner Dank deiner Güte, und alle unsere Unters nehmungen untrügliche Beweise unser kindlicher Ehrs furcht seyn! Mögte dieser Tag, heiliger Gott und Nichter! nicht wider uns zeugen, noch unser Gewissen uns einer Thorheit und Ungerechtigkeit zeihen! Mögte doch keine einzige vorsägliche Sünde von uns begans gen, kein Bruder durch uns betrübet, kein Schwachs glaubiger geärgert, feine Gelegenheit zum Guten vors bengegangen, kein unnüßes Wort zum Nachtheil der Unfrigen geredet worden seyn! Gott! du bist heilig und allwissend! vor dir lieget unser Thun und Laffen offen, du erkennest unsere Gedanken; Alle unsre Fehle tritte stehen vor dir; Vor deinen Augen kann sich nies mand verbergen: Niemand sich deinem Licht entziehen. Gieb uns recht zu erkennen, was dir heute an uns miße fällig gewefen ist. Gieb uns Gnade zur Besserung une fers Sinns; vergieb uns unsere Sünden, wie wir iko willig und gerne allen vergeben, die uns jemals beleis digt oder gekrånkt haben. Du hast die Nacht den Menschen gegeben zur Ruhe von ihrer Arbeit, und den Schlaf zur Erquickung ihres můden Körpers; Wir danken dir für diese gütige Einrichtung, und bitten dich, mit deiner gütigen Fürsehung über uns zu was chen, wann wir schlafen, unsern Othem, der in deis ner Gewalt stehet, zu bewahren, und unser Leben in Sicherheit zu stellen. Laß uns morgen gefund und mit Freuden wieder erwachen, dir mit neuen Kräften dies nen, und unsrer ewigen Seeligkeit mit neuem Eifer entgegen eilen. Erbarme dich, treuer Vater! aller Menschen, aller Elenden, aller Kranken, aller Ge­bårenden, aller Wittwen und Waisen, aller, welche in dieser Nacht Kinder verlieren, und welche Kinder zur Welt bringen; Aller, welche heute Nacht das Licht der Welt erblicken, und die heute zum letztenmale daf felbe fehen! Laß alle, jeden nach seiner Art, und nach feiner Noth deine väterliche Hülfe erfahren, deinen mäch­