Gebet bey Donnerwettern.
87
Ich bete dich an, mein König und mein Gott! Ich ehre dich in deiner majestätischen Pracht, und freue mich, daß du daben auch die Liebe bist, und daß ich dich Vater nennen darf, meinen Bater, durch Jesum Christum. Wie groß ist deine Macht im Wetter, du Gott der Ehren! Du siehest die Erde an, so bebt sie: du rühreft die Berge an, so rauchen sie. Aber wie groß ist auch deine Weisheit und Gåte, welche unfrer Erde auch in Wettern wohlthut, die schwüle Luft von schädlichen Dünsten reiniget, die welkenden Gewächse erfrischet, und die schmachtenden Geschöpfe erquicket! Herr, wie sind deine Werke so groß und viel! Du hast sie alle weislich geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter..
Olaß mich jetzt mit kindlicher Ehrfurcht und Freude hinaufsehen nach deiner heiligen Höhe! Laß meine Andacht nicht seyn, wie das Gebet der Sünder und Heuchler, die im Wetter sclavisch zittern, aber bey heiterm Himmel dich vergessen und spotten. Ich weiß, daß du, mein Schöpfer, alle Dinge in der Welt zu Werkzeugen deiner Gerechtigkeit machen und zum Verderben der Sünder brauchen kannst; das Sandkorn eben so wohl, als den Blik einer Wetterwolke. Aber wenn ich nur immer fromm und gottesfürchtig wandle( und dazu gieb du reir Gnade!) alsdann kann ich mich jederzeit deiner Gnade freuen, die sich unser in Christo Jesu erbarmet, und keine Lust hat am Verderben des Sünders: alsdann kann ich den Trost haben, daß ohne dich kein Haar von meinem Haupte fällt; daß ohne deinen Willen kein Verderben meine Hütte, kein Schaden unsre Felder trifft; oder wenn du auch eine Prüfung über f 4 mich


