Vorrede.
lichen Gottesdienst beybehalten, und dadurch bey Vie len, welche sich durch Lesung neuer Schriften einen feis nern Geschmack erworben haben, ein Eckel vor den Kirchenliedern erweckt werden soll.
Einer von den Vorzügen dieses neuen Gesangs buchs, welche am ersten in das Auge fallen werden, ist die größere Vollständigkeit desselben. Unser bisheriges Gesangbuch war äusserst arm an guten Festliedern. Darüber hat fast jedermann geklagt, und gutdenkende Geistliche wurden dadurch in eine nicht geringe Verles genheit geseßt. Lieder von den Eigenschaften Gottes, von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung der Welt, von der Natur und Bestimmung des Menschen, von dem Worte Gottes, von befondern Pflichten und Tugenden, und auf besondere Zeis ten, Umstände und Personen, wurden in unserm bisherigen Gesangbuch entweder vergebens gesucht, oder sie waren doch nicht in hinreichender Menge vorhanden, und zum Theil für unsere Zeiten unbrauchbar.
Man vergleiche nur den Inhalt dieses neuen Ges fangbuches mit dem Inhalt des alten, und man wird ben dem ersten Blicke wahrnehmen, wie viele Lücken aus: gefüllt worden sind. Doch hat man kein neues Lied auf genommen, ohne es vorher sorgfältig zu prüfen, und wo es nöthig schien, zu verändern.
Die diesem Gesangbuche beygefügte Sammlung einiger Gebete, für die öffentliche und häusliche An dacht, bestehet theils aus Gebeten, welche mit gutem Vorbedacht aus dem vorigen Gesangbuche, jedoch mit einigen Veränderungen, beybehalten, theils aus neuen, welche an die Stelle der alten gesetzt worden sind.
Gott


