Vorrede.
zugleich zu meinem innigsten Vergnügen die Verfü gung getroffen, daß mein geliebtester Freund, Herr Landgerichtsassessor Ulz, dessen Stärke in der Dicht: kunst bekannt genug ist, dieses Geschäft gemeinschafts lich mit mir zu besorgen hatte. Man würde also den Herausgebern dieses Gesangbuches Unrecht thun, wenn man sie einer stolzen und unzeitigen Neuerungssucht beschuldigen wollte. Was sie gethan haben, das haben sie auf Landesfürstlichen Befehl gethan. Ich wußte in der That nicht, was Männer, die ohnehin ihr be: schiedenes Theil Arbeit haben, zu einer so mühsamen und in manchen Betrachtungen undankbaren Arbeitbewegen könnte, als der Gehorsam gegen Landesfürst: liche Befehle, und die Uleberzeugung, durch gewissen: hafte Bollziehung so wohlthätiger und preiswürdiger Befehle eine sehr gemeinnüßige und segensvolle Arbeit zu unternehmen.
Man mache doch ja einen großen Unterschied zwi: schen der Bibel und dem Gesangbuche. Jene muß frenlich gelassen werden, wie sie ist: denn sie ist Gots tes Werk. Gesangbücher aber sind Menschenwerk, und daher, wie alle Werke der Menschen, unvollkommen und einer steten Verbesserung fähig. Dieß mag denen zur Beruhigung dienen, welche sich über jede Verån: derung eines eingeführten Gesangbuches, als über eine gefährliche und unverantwortliche Neuerung betrüben, und wohl gar in der Meinung stehen, man vergreife sich an dem Worte Gottes, wenn man in einem alten Gesangbuch etwas andre.
Ueberdieß ist ja die Veränderung und Verbesserung der Gesangbücher nichts neues, nichts ungewöhnliches. Wie groß ist die Zahl der veränderten und verbesserten Gefang:


