€. 1. ohne Creuz und Leyden nicht seyn. 19
Ja das liebe Creuz ftehet mit vielen auf, und gehet wieder mit ihnen schlaffen, und wann schon ein Christen Mensch eine kleia ne Ergozung bekommt, und nur gedenkt, sich ein wenig zu erholen, und einmal zu verſuchen, ob er auch konne wieder fröhlich werden, wird es ihm doch so gut nicht, daß er seiner Traurigkeit in etwas könne ge. übriget seyn, sondern der Frölichkeit Ende ist der Traurigkeit Anfang, und da das frd. liche Stündlein aufhörer, da fåhet das traus rige Herzenlend wieder an, wie der König Salomon saget in feinen Sprüchen in 14. Cap. v. 13. Nach dem Lachen kommt Traus ren, und nach Freude kommt Leyd.
Und mag hieher wohl gehören, was Franciscus Petrarcha sagt: Das Ende der Frölichkeit ist Traurigkeit. Auch schreibt Martialis: Freude bleibet nicht sondern fleucht davon. Und Seneca sagt: Traurig. Feit hält an: Dahero ein frommer Christ ohne Unterlaß mit dem König David wohl sprechen mag aus dem 38 Psalm v. 18. Ich bin zu lepden gemacht, und mein Schmerzen ist immer für mir. Und aus dem 34 Pfalm v. 2. Der Gerechte mußviel leyden. Nicht sagt der liebe David schlecht: der Gerechte muß leyden, sondern spricht: Er muß viel, viel lenden, daß es der eiens den Natur wehe thut. Merkees wohl, es 32 fann


