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Wie verschieden, wie mannigfaltig find nicht die Gelegenheiten, welche zum Gebete einladen? Ich lese oder denke z. B. über Wahrs heiten der Religion nach; ich fühle Freude, Beruhigung, Trost dabey. Wird sich da nicht auch bald mein Herz ergießen? Werd' ich da nicht aus dem Herzen beten? Ich sehe, oder höre von einem Unglücklichen und werde zum Mitleiden bewegt. Ich begehe einen Fehler, eine Thorheit und empfinde Reue. Ich ges nieße ein erlaubtes Vergnügen, und das Ges fühl der Dankbarkeit wird in mir rege. Sind das nicht lauter mächtige Antriebe zum Bes ten? Nicht lauter Anlässe, mich meines Gots tes lebhaft zu erinnern? Ich danke dann bald für eine empfangene Wohlthat; äußere bald mein Vertrauen, meine Hoffnung, meine Liebe zu Gott; bereue bald einen Fehltritt, und fasse unter den Augen Gottes, gute Vorfäße; bald bricht mein gerührtes Herz in heiße Wünsche für das Wohl meiner Mits menschen, meiner Kinder, Aeltern, Freunde, Obrigkeiten, Mitbürger u. s. w. aus- das heißt: ich bete( nach dem Sinne des Apostels) ohne Unterlaß.
E
Will


